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Sonne auf Knopfdruck

Größte künstliche Sonne der Welt eingeweiht - Sonne auf KnopfdruckVon links nach rechts: Bürgermeister Axel Fuchs (Stadt Jülich), Prof. Dr.-Ing. Bernhard Hoffschmidt (DLR), Dr. Georg Menzen (BMWi), Umweltminister Johannes Remmel, Prof. Dr. Karsten Lemmer (DLR), Dr. Kai Wieghardt (DLR), Carlo Aretz (Technologiezentrum Jülich)
Copyright: DLR

Tagesschau.de war es eine Meldung wert: Die größte künstliche Sonne der Welt scheint seit dem 23. März 2017 in Jülich. Der nordrheinwestfälische Umweltminister Johannes Remmel nahm gemeinsam mit Prof. Dr. Karsten Lemmer, Vorstand für Energie und Verkehr des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die neue Forschungsanlage „Synlight“ in Betrieb. Mit der Anlage sollen unter anderem Produktionsverfahren für solare Treibstoffe, wie beispielsweise Wasserstoff, entwickelt werden.

Das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Projektträger ETN als bewilligender Stelle fördert das Projekt mit 2,4 Millionen Euro, rund 70 Prozent der Gesamtsumme von 3,5 Millionen Euro. Die Differenz von 1,1 Millionen Euro wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) bewilligt.

Da die Sonne in Mitteleuropa selten und unregelmäßig scheint, ist für die Entwicklung neuer Solar-technologien eine künstliche Sonne das Mittel der Wahl. Damit ersparen sich die Forscher teure Forschungsinfrastruktur in fernen südlichen Ländern. Schlechtwetterperioden und schwankende Strahlungswerte könnten auch dort die Tests negativ beeinflussen. „Synlight“ erspart nicht nur Reiseaufwand sondern es bietet vor allem ein Testumfeld mit exakt reproduzierbaren Parametern.

Das DLR-Institut für Solarforschung errichtete die Forschungsanlage in den vergangenen zwei Jahren in direkter Nachbarschaft zum Technologiezentrum und zum solarthermischen Kraftwerk in Jülich. In dem dreistöckigen Laborgebäude strahlen insgesamt 149 Xenon-Kurzbogenlampen. „Synlight“ füllt damit die Lücke bei der Qualifizierung solarthermischer Komponenten und Prozesse zwischen den Bestrahlungseinrichtungen im Labormaßstab in Köln und der großtechnischen Anlage „Solarturm“ hier in Jülich.

Im Fokus der Forschungsarbeit steht die solare Treibstoffherstellung, wie beispielsweise Wasserstoff. Doch die neue Anlage kann für eine Vielzahl weiterer Experimente eingesetzt werden. Da das Spektrum der UV-Strahlung dem der Sonne gleicht, können beispielsweise auch Alterungsprozesse von Materialien zeitlich gerafft untersucht werden. Ein interessanter Aspekt sowohl für vielfältige industrielle Anwendungen als auch für die Raumfahrttechnologie.

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