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Marina Pavlidou als Teilnehmerin an der 64. Lindauer Nobelpreisträgertagung ausgewählt

Porträtbild Marina und Nanodisc

Vom 29. Juni bis 4. Juli treffen in Lindau am Bodensee Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt mit 37 Nobelpreisträgern zusammen, um eine Woche lang Erfahrungen auszutauschen und die drängendsten Fragen ihres Fachs zu diskutieren. Unter den rund 600 Teilnehmern ist in diesem Jahr Dr. Marina Pavlidou, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institute of Complex Systems: Strukturbiochemie (ICS-6). Die 29jährige wurde von ihrem Doktorvater, dem Leiter des ICS-6, Dieter Willbold, nominiert und in einem mehrstufigen Auswahlverfahren aus mehreren tausend Bewerbern ausgewählt. „Ich freue mich sehr über diese Einladung. So viele Nobelpreisträger und herausragende junge Kollegen an einem Ort findet man kein zweites Mal. Das ist wirklich einzigartig und wird ganz sicher Inspiration für die eigene Arbeit bringen“, sagt die Forscherin.

Der diesjährige Themenschwerpunkt auf Physiologie und Medizin kommt ihr dabei entgegen. Im Mittelpunkt der zahlreichen Vorträge und Podiumsdiskussionen stehen molekulare, genetische und zelluläre Mechanismen als Schlüssel zur Prävention und Heilung von Krankheiten. Besonders gespannt ist Pavlidou auf die Vorlesung und Diskussionsrunde mit Brian K. Kobilka, dem 2012 der Nobelpreis für Chemie für seine Forschungen zur Klasse der G-Protein gekoppelten Rezeptoren verliehen wurde.

Sie selbst arbeitet am ICS-6 daran, die Suche nach Wirkstoffen zu vereinfachen, die die Aktivität von solchen Membranproteinen modulieren können. Da diese Proteine als flexible Kanäle in der Zellmembran viele Signalprozesse und den zellulären Stoffaustausch regulieren, zählen sie zu den wichtigsten Zielmolekülen für die Entwicklung neuer Pharmazeutika. Für die Wirkstoffsuche kommen heute automatisierte Screenings zum Einsatz, um in kurzer Zeit aus tausenden von möglichen Substanzen die aussichtsreichsten Kandidaten auswählen zu können. Unter den dazu nötigen Laborbedingungen sind Membranproteine allerdings schwer zu handhaben: Außerhalb ihrer natürlichen Einbettung in die Zellmembran können ihre Form verlieren und verklumpen. Pavlidou integriert sie deshalb in „Nanodiscs“, winzige Doppelschichten aus Lipidmolekülen, die als stabile und homogene Modellmembranen dienen. Ihr gelang es so zum ersten Mal, an in Nanodiscs eingebetteten Membranproteinen ein Screening nach potentiellen Bindungspartnern durchzuführen – ein Verfahren, dass die Identifizierung neuer Wirkstoffkandidaten in Zukunft leichter machen könnte.

Mehr unter www.lindau-nobel.org

Kontakt

Marina Pavlidou
Telefon: +49 2461 61-9389
E-Mail: m.pavlidou@fz-juelich.de


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