Suche

zur Hauptseite

Institut für Energie- und Klimaforschung

Navigation und Service


Fusionsforscher tagen erstmals unter dem Dach der EUROfusion in Jülich

Rund 50 europäische Spezialisten aus dem Forschungsbereich Plasma-Wand-Wechselwirkung diskutieren in dieser Woche am Forschungszentrum über das aktuelle Forschungsprogramm zum internationalen Fusionsexperiment ITER, das sich derzeit im Bau befindet. Der bis heute andauernde Workshop ist das erste Treffen der Jülicher Plasmaphysiker unter dem Dach des Konsortiums EUROfusion, das in diesem Jahr gegründet wurde. Die Dachorganisation umfasst 29 wissenschaftliche Einrichtungen aus 26 Ländern und soll dazu beitragen, Ressourcen noch effizienter auf das gemeinsame Ziel – das erste Fusionskraftwerk – auszurichten.

Jülicher Wissenschaftler koordinieren unter anderem ein Arbeitspaket zum Thema "Plasma Facing Components", das in diesem Jahr mit etwa 3 Millionen Euro von der Europäischen Union zusätzlich gefördert wird. Hauptaugenmerk liegt auf der Auslegung des sogenannten Divertors. Diese Komponente spielt eine Schlüsselrolle, um die Fusionsreaktion aufrechtzuerhalten. In einem Fusionsreaktor verschmelzen Atomkerne ähnlich wie im Innern eines Sterns. Prallplatten am Boden der Brennkammer fangen störende, höchst energiereiche Teilchen und Verunreinigungen aus dem über 100 Millionen Grad heißen Plasma ab, die danach neutralisiert und abgepumpt werden.

ITER soll erstmals im Kraftwerksmaßstab die Energieerzeugung durch Kernfusion demonstrieren. Nachdem letztes Jahr entschieden wurde, den Divertor bereits von Anfang an aus Wolfram herzustellen, gilt es nun, den Werkstoff für den Einsatz unter Extrembedingungen weiter zu prüfen und zu optimieren. "Bisher ist nur sicher geklärt, wie sich Wolfram nach einigen Hundert und Tausend Lastzyklen verhält. Nach einer längeren Belastung in Richtung einer Million Zyklen treten aber neue Materialeigenschaften auf, etwa das Wachstum von Rissen, die wir berücksichtigen müssen", berichtet Workshop-Organisator und Projektleiter Dr. Sebastijan Brezinsek vom Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung. Im Projekt sollen unter anderem auch neue Messmethoden entwickelt werden, mit denen sich der Zustand der Wand während des Betriebs überwachen lässt.


Teilnehmer des PFC-WorkshopsCopyright: Forschungszentrum Jülich

Teilnehmer des PFC-Workshops im Forschungszentrum Jülich.

Kontakt

fusion@fz-juelich.de


Servicemenü

Homepage