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Institut für Energie- und Klimaforschung

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Rätselhafte Chemie der polaren Stratosphäre

Seit der Entdeckung des Ozonlochs vor über drei Jahrzehnten sind die Prozesse, die zu dem Ozonabbau in der Stratosphäre führen, weitgehend verstanden: Ursache sind Chlor-Einträge in die Atmosphäre durch die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die zum Beispiel als Kältemittel in Kühlschränken eingesetzt wurden. In den vergangenen Jahren konzentriert sich die Forschung deshalb auf noch ungeklärte Fragen zur Chemie der Atmosphäre. Ein internationales Forscherteam mit Jülicher Beteiligung stieß jetzt auf eine Diskrepanz beim Vergleich von Modellen mit Messdaten von Chlorwasserstoff im Frühwinter, dem Zeitraum, bevor sich das Ozonloch ausbildet. Demnach wird in der polaren Stratosphäre Chlorwasserstoff viel schneller abgebaut als in den Modellen berechnet. Die Untersuchungsergebnisse wurden jetzt im Fachjournal Atmospheric Chemistry and Physics veröffentlicht.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es in dieser Schicht der Atmosphäre einen unbekannten chemischen Prozess gibt, der zum Abbau von Chlorwasserstoff führt. Die Forscher zeigten, dass der bislang ungeklärte Prozess mit dem Auftreten von sogenannten Polaren Stratosphärenwolken (PSC) zusammenhängt. Ob die Reaktion mit den Wolken von kosmischer Strahlung ausgelöst wird, sollen weitere Studien zeigen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen jetzt die atmosphärenchemische Reaktion mithilfe von Labor- oder Feldmessungen entschlüsseln, um die Prognosen und damit die Modelle zu verbessern.

Originalveröffentlichung:

Grooß, J.-U., R. Müller, R. Spang, I. Tritscher, T. Wegner, M. P. Chipperfield, W. Feng, D. E. Kinnison, and S. Madronich, On the discrepancy of HCl processing in the core of the wintertime polar vortices, Atmos. Chem. Phys., 18, 8647-8666,

DOI:10.5194/acp-18-8647-2018

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Pressemeldung „Neue Erkenntnisse zur Chemie der Chlorradikalen im Ozonloch”


Satellitenbeobachtungen und Modellrechungen für Chrlorwasserstoff in etwa 21 km Höhe für den 20. Juli 2011Satellitenbeobachtungen und Modellrechungen für Chrlorwasserstoff in etwa 21 km Höhe für den 20. Juli 2011


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