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1 Million Euro EU-Förderung für die Neutronenstreuung

24. August 2015

Das Forschungszentrum Jülich erhält über 1 Million Euro für die Entwicklung neuer Methoden und Technologien für die Forschung mit Neutronen. Die geplanten Arbeiten sind Teil des Infrastrukturprojekts „Science and Innovation with Neutrons in Europe“ (SINE2020), das im Oktober mit einer Laufzeit von vier Jahren startet. Forschungseinrichtungen aus 13 Ländern beteiligen sich daran. SINE2020 wird durch das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation HORIZONT 2020 gefördert.

SINE2020 soll dazu betragen, dass die neuartigen Forschungsmöglichkeiten an der im Bau befindlichen Europäischen Spallationsquelle ESS und ihr Innovationspotential von Anfang an optimal genutzt werden. Die ESS soll 2019 im schwedischen Lund den Betrieb aufnehmen. Das europäische Gemeinschaftsprojekt wird die weltweit stärkste Neutronenquelle sein und einzigartige Forschungsmöglichkeiten für die rund 10.000 Neutronennutzer in Europa bieten – das ist die größte Neutronenutzergemeinschaft weltweit. Insbesondere Proteine und Polymere werden sich an der ESS viel besser untersuchen lassen als an den heutigen Quellen.

Das Forschungszentrum Jülich ist an vier Arbeitspaketen beteiligt: Erstens an der Entwicklung neuer Syntheseverfahren für deuterierte Monomere und Polymere, die es ermöglichen, wichtige Grundstoffe für die Kunstofffertigung sowie für die Photovoltaik und die LED-Technologie zu untersuchen. Zweitens an der Entwicklung neuer Verfahren, mit denen sich Proteine kristallisieren lassen. Mit Hilfe solcher Kristalle lässt sich die Struktur von Proteinen bestimmen, wichtig etwa für die medizinische Forschung. Ein weiteres Arbeitspaket zielt auf die Entwicklung eines neuartigen Detektortyps mit verbesserter Zählrate, der die höhere Signalintensität der ESS verarbeiten kann. Das vierte Arbeitspaket kümmert sich um die Entwicklung nutzerfreundlicher Software zur effiezienten Verarbeitung der größeren Datenmengen, die bei der Forschung an der ESS gewonnen werden können.

Neutronenstreuung ist eine vielseitige wissenschaftliche Untersuchungsmethode mit einer Reihe einzigartiger Anwendungen. Sie verrät, wo Atome sind und wie sie sicht bewegen. Im Gegensatz zu anderen Methoden kann sie u.a. leichte Elemente oder magnetische Eigenschaften nachweisen und ist dabei sanft zu den Proben. Neutronenforschung ist nur an speziellen Großgeräten möglich.

Beteiligte Institute:

Jülich Centre for Neutron Science (JCNS)

Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik - Systeme der Elektronik (ZEA-2)

Weitere Informationen über SINE2020 (auf Englisch)


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