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Der „Pavlov’sche Hund“ – elektronisch

25. Mai 2012

Ein Pfiff mit der Hundepfeife, und schon läuft dem Vierbeiner das Wasser im Munde zusammen: Das Experiment von Ivan Pavlov, der „Pavlov’sche Hund“, gilt als Meilenstein bei der Erforschung von reflexartigen oder impliziten Lernvorgängen. Wissenschaftlern der Universität Kiel ist es jetzt in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich gelungen, mithilfe spezieller Bauelemente das Verhalten des Pavlov’schen Hundes elektronisch nachzubilden. Die Arbeit „An Electronic Version of Pavlov’s Dog“ ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Advanced Functional Materials (huwp 2012) veröffentlicht.
Die Kieler und Jülicher Forscher vom Peter Grünberg Institut – Elektronische Materialien bildeten das klassische Experiment aus der Verhaltenspsychologie elektronisch nach. Dabei wurde mit memristiven Bauelementen, die in Jülich hergestellt und charakterisiert wurden, das assoziative Verhalten des „Pavlov’schen Hundes“ in einer elektronischen Schaltung umgesetzt. Memristoren sind eine Klasse elektronischer Bauelemente, die der Wissenschaft erst seit wenigen Jahren in hoher Qualität zur Verfügung stehen. Sie haben eine Art Gedächtnis für ihre früheren Widerstandswerte, was Einfluss auf die charakteristischen Eigenschaften des Materials hat. Forscherinnen und Forscher versuchen diese Gedächtnisfunktion zu nutzen, um Netzwerke aufzubauen, die denen der neuronalen Verbindung über Synapsen ähneln. Langfristiges Ziel ist es, die synaptische Plastizität auf elektronische Schaltungen zu übertragen und damit sogar kognitive Fähigkeiten elektronisch nachzubilden.

Informationen zum Peter Grünberg Institut – Elektronische Materialien:
http://www.fz-juelich.de/pgi/pgi-7/DE/Home/home_node.html

Pressemitteilung der Universität Kiel:
http://www.uni-kiel.de/aktuell/pm/2012/2012-131-pavlovsche-hund.shtml


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