Navigation and service


Mit „KoalaDrive“ in die Nanowelt

25. April 2012

Weitere Ausgründung aus dem Forschungszentrum Jülich: Das Unternehmen „mProbes“ ging im März mit der Lizenz für einen neuartigen Antrieb der Sonden in einem Rastersondenmikroskop an den Geschäftsstart. Anders als bei Lichtmikroskopen erfolgt hier keine optische Abbildung mittels Linsen, sondern die Probe wird mit einer feinen Spitze im Nanometerbereich, also im Wirkbereich einzelner Atome, abgetastet. Mit Rastersondenmikroskopen können Eigenschaften von Oberflächen im Nanometerbereich untersucht oder ihre Qualität geprüft werden. Doch bisher benötigte der Antrieb für die Spitze vergleichsweise viel Platz, sodass die Auflösung der Mikroskope nicht so gut war, wie es für viele Untersuchungen notwendig ist.
Gemeinsam mit Diplom-Ingenieur Peter Coenen und Dr. Vasily Cherepanov gelang es Prof. Bert Voigtländer, einen völlig neuen Antrieb zu entwickeln, der mit einem Durchmesser von rund 2,5 Millimetern äußerst kompakt ist. Dadurch kann der Antriebsapparat auf weniger als die Hälfte der aktuellen Größen verkleinert werden, was die Präzision der Messungen deutlich erhöht. Mit dem im Peter Grünberg Institut entwickelten „KoalaDrive“ ist es möglich, die Spitzen vollkommen rüttelfrei und gleichmäßig an die Probenoberfläche anzunähern – besonders wichtig für Untersuchungen in der Nanowelt. Der neue Antrieb ist auch im Vakuum, bei tiefen Temperaturen oder starken Magnetfeldern einsetzbar.
Voigtländer, Coenen und Cherepanov verfolgen außerdem die Idee, die Möglichkeiten der Rastersondenmikroskopie zu erweitern und mit ihr die elektrischen Eigenschaften von Nanodrähten oder anderen Nanostrukturen zu vermessen. „Um Strom- und Spannungsmessungen an Nanostrukturen durchzuführen und beispielsweise feststellen zu können, wie der Stromfluss durch Defekte auf atomarer Ebene verändert wird, benötigt man statt einer Spitze vier“, so Bert Voigtländer. Der „KoalaDrive“ erlaubt es, ein Vier-Spitzen-Instrument zu bauen, das nicht mehr Platz einnimmt als ein herkömmliches Rastersondenmikroskop mit einer einzigen Spitze.
Der sich mit hoher Dynamik entwickelnden Rastersondenmikroskopie erschließen sich mit dem „KoalaDrive“ viele neue Möglichkeiten: Forschungseinrichtungen können durch die kompakteren Antriebe für die Sonden die Genauigkeit ihrer Untersuchungen erhöhen. In der Industrie können neue Anwendungsbereiche erschlossen werden, zum Beispiel die elektrische Fehleranalyse in der Halbleiterfertigung, die aufgrund der immer kleiner werdenden Strukturgrößen immer kompaktere Aufbauten für die Qualitätskontrolle benötigt.

 

12-04-25KoalaDrive.jpg

 

Mit "KoalaDrive" in die NanoweltMit der Unterschrift in die Selbständigkeit: (v. l.) Dr. Ralf Raue, Leiter des Geschäftsbereichs Technologie-Transfer, Dr. Klaus Hoppstock, Fachbereichsleiter Lizenz- und Drittmittelmanagement, Prof. Bert Voigtländer, Dr. Andrea Mahr, Teamleiterin Technologie-Screening, Dipl.-Ing. Peter Coenen, Dr. Vasily Cherepanov, Dr. Jobst Löffler, Teamleiter Information und Schlüsseltechnologien, Institutsleiter Prof. Stefan Tautz und Sonja Raiber, Business Development Manager.
Quelle: Forschungszentrum Jülich

Informationen zu „mProbes“:
http://mprobes.com/

Informationen zu „KoalaDrive“:
http://mprobes.com/koaladrive.html

Informationen zum Peter Grünberg Institut - Functional Nanostructures at Surfaces:
http://www.fz-juelich.de/pgi/pgi-3/EN/Home/home_node.html


Servicemeu

Homepage