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Internationaler Mikroskopie-Preis für Chunlin Jia

16. Januar 2014

Prof. Chunlin Jia vom Peter Grünberg Institut, Bereich Mikrostrukturforschung (PGI-5), und Ernst Ruska-Centrum (ER-C) erhält die Hatsujiro-Hashimoto-Medaille der International Federation of Societies for Microscopy. Der Preis für herausragende Beiträge einzelner Forscherinnen und Forscher in der Anwendung mikroskopischer und verwandter Methoden in Physik und Materialwissenschaften ist nach dem Pionier der Mikroskopieforschung Hatsujiro Hashimoto benannt. Er wird im September auf dem 18. Internationalen Mikroskopie-Kongress in Prag verliehen.

Hashimoto Preis - Prof. JiaProf. Chunlin Jia forscht in Jülich am Ernst Ruska-Centrum für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen.
Quelle: Forschungszentrum Jülich

Schwerpunkt von Jias Arbeit ist die Untersuchung elektrokeramischer Materialien mit Hilfe fortschrittlichster Elektronenmikroskopie sowie die Entwicklung neuer Verfahren für die optimale Nutzung der dabei verwendeten so genannten aberrationskorrigierten Transmissionselektronenmikroskope. Diese besitzen Korrektoren, die die unvermeidlichen Abbildungsfehler elektromagnetischer Linsen kompensieren und dadurch das Auflösungsvermögen von Elektronenmikroskopen grundlegend verbessert haben. Die von Jia für diese Mikroskope entwickelte NCSI-Technik (von „negative spherical aberration imaging“) hat die Sichtbarkeit leichter Elemente verbessert und es möglich gemacht, die Besetzungszustände einzelner Atomsäulen in kristallinen Materialien zu bestimmen. Mit Hilfe der NCSI-Technik hat Chunlin Jia das Zusammenspiel struktureller und elektronischer Eigenschaften in Nanomaterialien auf Basis einer quantitativen Analyse des mikroskopischen Bildkontrasts mit Computersimulationen bestimmt. Zu seinen wichtigsten Beiträgen in der Materialforschung gehört die atomar-aufgelöste Charakterisierung elektrischer Dipole in oxidischen Ferroelektrika. Ferroelektrika sind Stoffe, in denen positive und negative Ionen gegeneinander verschoben sind und elektrische Dipole bilden. Die Orientierung der Dipole lässt sich mit einem äußeren elektrischen Feld ändern. Die Materialien eignen sich deshalb für die Speicherung von Daten auf engstem Raum.

Chunlin Jia lebt und arbeitet seit rund 25 Jahren in Jülich. Seit 1998 ist er Gruppenleiter am Institut für Mikrostrukturforschung. Seit 2000 hat er Professuren an verschiedenen chine­sischen Universitäten inne. Die RWTH Aachen zeichnete ihn 1993 mit der Borchers-Plakette aus, die chinesische Gesellschaft für Elektronenmikroskopie verlieh ihm 2004 den K.H. Kuo Award für exzellente Wissenschaftler. Von der chinesischen Regierung wurde er 2010 für das „1.000-Talente-Programm“ ausgewählt, ein Konzept, mit dem China die weltweit besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine Forschungs- und Lehrtätigkeit im eige­nen Land begeistern will. Seitdem pendelt Jia zwischen Deutschland und China, wo er ein Labor für Elektronenmikroskopie an der Jiaotong- Universität in Xi’an aufgebaut hat.

Weitere Informationen:

Peter Grünberg Institut, Bereich Mikrostrukturforschung (PGI-5)

Ernst Ruska-Centrum

International Federation of Societies for Microscopy

The 18th International Microscopy Congress

 


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