Suche

zur Hauptseite

Navigation und Service


Internationale Fachtagung über Werkstofffragen in zukünftigen Fusionskraftwerken

200 Wissenschaftler zu Gast in Jülich

Jülich, 22. Mai 2009 - Vom 12. bis 14. Mai diskutierten mehr als 200 Wissenschaftler aus 27 Ländern im Forschungszentrum Jülich über ein aktuelles Thema der Energietechnik: die Kernfusion und die zu lösenden Probleme hinsichtlich der Werkstoffe an der Schnittstelle zwischen dem heißen Fusionsplasma und der umgebenden Wand.

Im Zentrum des Interesses der Werkstoffwissenschaftler und Plasmaphysiker steht ITER. Dieses derzeit in Südfrankreich im Bau befindliche und weltweit größte Fusionsexperiment wird in etwa 10 Jahren seinen Betrieb aufnehmen. Durch die Verschmelzung von Wasserstoffteilchen werden in ITER enorme Energiemengen freigesetzt. Das dazu verwendete, mehrere hundert Millionen Grad heiße Fusionsplasma wird durch starke Magnetfelder von den Gefäßwänden ferngehalten. Dennoch kann es aufgrund der sogenannten "Plasma-Wand-Wechselwirkung" nicht nur zur Schädigung der eingesetzten Wandmaterialien kommen, sondern auch zu nicht erwünschten Rückwirkungen auf das Plasma.

Daraus ergibt sich eine der wohl wichtigsten technologischen Fragestellungen bei diesem ehrgeizigen Projekt: die Bereitstellung von hochwarmfesten, strahlungsresistenten und plasmakompatiblen Werkstoffen für die dem Plasma zugewandten Bauteile. Dies bedingt Werkstoffe mit einem sehr hohen Schmelzpunkt, welche zudem im Kontakt mit dem heißen Fusionsplasma nicht in unzulässiger Weise erodiert oder anderweitig geschädigt werden dürfen. Als die aussichtsreichsten Materialien haben sich in langjährigen Forschungsarbeiten insbesondere faserverstärkte Graphite und Wolfram herauskristallisiert.

Das Forschungszentrum Jülich ist bereits seit Jahrzehnten mit dieser Thematik befasst. Hier arbeiten Physiker und Ingenieure Hand in Hand, um die durch die Plasma-Wand-Wechselwirkung entstehenden Probleme zu lösen und um einen Beitrag für eine gesicherte zukünftige Energieversorgung zu leisten.

werkstofftagung1_470x470_jpg

wolfram2_470x470_jpg


Wolfram ist das Element mit dem höchsten Schmelzpunkt (3400°C); dennoch kann es bei direktem Kontakt mit dem heißen Fusionsplasma in weniger als einer tausendstel Sekunde aufschmelzen. Derartige Ereignisse werden von den Wissenschaftlern durch den Beschuss mit Elektronen oder Ionen simuliert (Foto: Egbert Wessel, Forschungszentrum Jülich).

mehr Informationen zum Workshop

PFMC-12 Participants_klein_jpg

Die Teilnehmer der Internationalen Werkstofftagung vom 12. bis 14. Mai in Jülich


Servicemenü

Homepage