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Rat und Bürgermeister besichtigten AVR-Castoren

Jülich, Januar 2010 - "Wir möchten Ihnen die Pläne des Forschungszentrums und den Stand des Verfahrens gerne persönlich erläutern und Ihre Fragen dazu beantworten. Außerdem möchten wir Ihnen Gelegenheit geben, sich vor Ort in unserem Zwischenlager ein Bild davon zu machen, wie die Brennelemente aus dem AVR in der fachkundigen Obhut unserer Experten derzeit gelagert werden." Mit dieser Einladung wandte sich der Vorstand des Forschungszentrums Jülich Anfang Januar an die Mitglieder des Rates der Stadt Jülich und an Bürgermeister Heinrich Stommel. Diese Einladung stieß auf lebhaftes Interesse, und so kamen 16 Abgeordnete, Bürgermeister Stommel und der Beigeordnete Martin Schulz am 19. Januar ins Forschungszentrum.

Prof. Achim Bachem und Dr. Ulrich Krafft sowie Mitarbeiter der Fachabteilungen begrüßten die Gäste im Sitzungssaal. Prof. Bachem betonte die Offenheit, mit der das Forschungszentrum seine Absichten darlegt. Im Internet habe das Forschungszentrum eine Seite eingerichtet, in der ein Fragen-Antworten-Katalog allen Interessenten zur Verfügung steht. Dr. Krafft erläuterte die heutigen Schwerpunkte des Forschungszentrums in der Gesundheitsforschung, Energie- und Umweltforschung sowie Informationstechnik. Aus der Reaktorentwicklung habe sich das Forschungszentrum seit Mitte der 80er-Jahre zurückgezogen. Nach wie vor gehe das Forschungszentrum verantwortungsbewusst mit den radioaktiven Abfällen aus dieser Zeit um. Dipl.-Ing. Rudolf Printz, der Projektleiter für die Verlagerung, erläuterte die Gründe für den Transport der AVR-Brennelemente nach Ahaus, die notwendigen Verfahren und die Maßnahmen zur Sicherheit von Lagerung und Transport. "Eine Verlagerung nach Ahaus ist eine Steigerung der Sicherheit und spart Steuergelder in zweistelliger Millionenhöhe." Die Abgeordneten zeigten sich sehr interessiert und stellten zahlreiche Fragen, die von den Gastgebern offen beantwortet wurden.

Danach hatten die Gäste Gelegenheit, das Behälterlager zu besichtigen. Dabei lernten sie auch die strengen Sicherheitsvorschriften kennen. Diese schreiben die Kontrolle von Besuchern auf gefährliche Gegenstände vor, wie sie auch auf Flughäfen üblich ist. Auch Mobiltelefone mit Kamerafunktion mussten draußen bleiben.

Dipl.-Ing. Rudolf Printz mit den Besuchern an den CastorenDipl.-Ing. Rudolf Printz mit den Besuchern an den Castoren
Quelle: Forschungszentrum Jülich

Rudolf Printz stellte den Besuchern die 152 Castoren sowie die Prüf- und Kontrolleinrichtungen vor. Auch hier war das Interesse der Gäste groß. Die Behälter werden unter anderem von der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) ständig überwacht und regelmäßig vor Ort geprüft. Ein Diebstahl der Behälter ist aufgrund des Gewichts der Castoren sowie baulicher und organisatorischer Maßnahmen unmöglich.

Bevor die Ratsmitglieder das Lager verlassen konnten, mussten sie sich einer erneuten Prüfung unterziehen. In einer speziellen Messkammer wurden sie gründlich auf Kontamination, d. h. radioaktive Verschmutzung, untersucht. Allen Gästen bescheinigte das Gerät mit sympathischer Frauenstimme: "Keine Kontamination. Vielen Dank."


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