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Die letzten Lysimeter sind im Boden

Mit Wetterradaren, Satelliten und Flugzeugen sowie zahlreichen Messgeräten im Boden erforschen Jülicher Wissenschaftler im Projekt TERENO die Folgen des Klimawandels. In dem Teilprojekt "SOILCan" werden Böden unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in Deutschland ausgesetzt, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserhaushalt, Stoffaustrag und Treibhausgasemission studieren zu können. Jetzt wurden auf dem Versuchsacker bei Selhausen die letzten neun Lysimeter des mit 3,6 Millionen Euro geförderten Teilprojekts in die Erde eingebaut.

Damit hat das Forschungszentrum Jülich im Rahmen von TERENO ein Netzwerk mit 126 Lysimetern errichtet, um die Auswirkungen des globalen Wandels auf die Stoff- und Wasserflüsse im Boden zu untersuchen. Lysimeter sind oben offene Metallzylinder, in denen sich ein ausgestochener Bodenblock mit einem Volumen von etwa 1,5 Kubikmeter befindet. Mit ausgeklügelter Technik können die Forscher so die Rolle von Wasser und Bodenstruktur beim Stofftransport untersuchen. "Lysimeter erlauben uns den Wasser- und Stoffhaushalt zu messen und somit Bilanzen für unsere Versuchsstandorte zu erstellen", sagt Dr. Thomas Pütz vom Jülicher Institut für Agrosphäre, der "SOILCan" koordiniert.

Die Lysimeter sind mit sehr sensiblen Messgeräten ausgestattet. Deren Daten werden mit funkbasierter Technologie übertragen. So können die Lysimeter in Echtzeit überwacht werden. Um Klimaveränderungen in laufenden Experimenten zu simulieren, werden die bodengefüllten Lysimeter innerhalb von Deutschland in unterschiedliche klimatische Regionen transportiert und damit verschiedenen Temperatur- und Niederschlagssituationen ausgesetzt.

In dem mit zwölf Millionen Euro geförderten Projekt TERENO (TERrestrial ENvironmental Observatories) beobachten die Jülicher Forscher gemeinsam mit Forschern aus fünf weiteren Helmholtz-Zentren über einen langen Zeitraum vier große Landschaftsräume in Deutschland: die Observatorien Eifel / Niederrheinische Bucht, Harz / Mitteldeutsches Tiefland, Bayrische Alpen / Voralpen und Nordostdeutsches Tiefland. Dafür schaffen die beteiligten Zentren unter der Koordination von Jülich ein Netz an Beobachtungsplattformen, die mittels modernster Methoden aus der Umwelttechnik, der Geophysik sowie der Luft- und Raumfahrtforschung langfristig Daten aufzeichnen und auswerten. Ziel ist es, der Global-Change-Forschung eine breite und vor allem langfristige Datenbasis bereitzustellen, mit deren Hilfe lokale und regionale Veränderungen analysiert, besser verstanden und vorhergesagt werden können.


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