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Brücke über die Grenzen der Erkenntnis

Supercomputer und Simulation waren die Themen des diesjährigen Festvortrags im Landesmuseum Bonn

Jülich, 15. November 2012 – Weltklima, Hirnforschung und Energieforschung sind nur drei Bereiche, in denen Simulationen mit Höchstleistungsrechnern nicht mehr wegzudenken sind. Wie die Superrechner die Wissenschaft verändert haben, welchen Stellenwert sie heute haben und welche neuen Erkenntnisse sie ermöglichen, zeigte Prof. Thomas Lippert im Jahresfestvortrag vor rund 300 Gästen aus Politik, Wissenschaft und Industrie sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Forschungszentrums im LVR-LandesMuseum in Bonn.

Mit einem kurzen Rückblick auf das Jahr 2012 im Forschungszentrum eröffnete Ministerialdirektor Dr. Karl Eugen Huthmacher, Vorsitzender des Aufsichtsrats, die Veranstaltung. Es folgte ein Gespräch mit den Vertretern der Gesellschafter Bund und Land: Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Helmut Dockter, Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie überreichten dabei dem Vorstandsvorsitzenden des Forschungszentrums, Prof. Achim Bachem, den zwischen Bund und Land verhandelten neuen Gesellschaftsvertrag, der am 14. November in Kraft getreten ist.

Eine knappe Stunde lang führte Professor Lippert danach durch die Welt der Simulationen. Als virtuelles Mikroskop, Labor und Teleskop öffnen Supercomputer die Tür zu Erkenntnissen, die aus technischen, ethischen oder finanziellen Gründen sonst nicht möglich wären. Sie verkürzen Entwicklungszeiten bei neuen Materialien etwa für Solarzellen, erlauben Prognosen zu komplexen Phänomenen wie der Ausbreitung der Aschewolken nach einem Vulkanausbruch. Großveranstaltungen können mit Hilfe der Supercomputer sicherer werden und sie erschaffen sogar virtuelle Universen, in denen Physiker die Grundbedingungen unserer Existenz bestimmen. Eine weitere faszinierende Herausforderung ist die Erforschung des menschlichen Gehirns – nicht nur für die Medizin, sondern auch mit Blick auf energiesparende Informationstechnologien der Zukunft.

Es wurde deutlich, dass die hochkomplexen Rechnungen als Brücke zwischen Theorie und Experiment völlig neue Horizonte erschließen können. Und dass die Simulationen auf Superrechnern inzwischen ein unverzichtbares Werkzeug für Wissenschaft und Industrie sind, die bei der Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit ein entscheidender Erfolgsfaktor sein werden.

Der anschließende Empfang bot den Besuchern im stimmungsvollen Ambiente Zeit für Gespräche und die Gelegenheit zu Führungen durch die aktuelle Sonderausstellung im Bonner Landesmuseum, diesmal mit dem Thema: „Schuhtick – Vom Ötzi-Schuh zum High Heel“.

LVR-LandesMuseum BonnFeierliche Übergabe: Den neuen Gesellschaftsvertrag, der am 14. November in Kraft getreten ist, überreichten die Vertragspartner feierlich an Prof. Achim Bachem. Von links: Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des des Forschungszentrums Jülich, Thomas Rachel (MdB), Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, Helmut Dockter, Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW.
Copyright: Forschungszentrum Jülich

Zum Festredner

LVR-LandesMuseum BonnProf. Thomas Lippert
Copyright: Forschungszentrum Jülich

Prof. Thomas Lippert ist Direktor des Jülich Supercomputing Centre (JSC) und Professor für Theoretische Physik an der Universität Wuppertal. Im JSC arbeiten rund 140 Experten und Ansprechpartner für alle Aspekte rund um Supercomputing und Simulationswissenschaften. In Kooperationen mit namhaften Hardware- und Software-Herstellern wie IBM, Intel und ParTec stellt sich das JSC den Herausforderungen der Entwicklung von Exaflop-Systemen – den Rechnern der nächsten Supercomputer-Generation. Als Mitglied des Gauss Centre for Supercomputing koordiniert das JSC seit Anfang 2008 den Aufbau der europäischen Forschungsinfrastruktur "PRACE – Partnership for Advanced Computing in Europe".

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