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Helmholtz-Humboldt-Sonntagsvorlesung zur Zukunft der Wissenschaftskommunikation

Berlin/Jülich, 28. April 2014 – In der digitalen Gesellschaft hat sich die Wissensvermittlung radikal gewandelt – sowohl für Wissenschaftler, bei denen Wissen und Erkenntnis entsteht, als auch für Journalisten, deren Mittlerfunktion zunehmend in Frage gestellt oder das Publikum, das Informationen zunehmend im Internet sucht und findet. In der jüngsten Helmholtz-Humboldt-Sonntagsvorlesung am 27. April diskutierten Prof. Hans Peter Peters vom Forschungszentrum Jülich und Prof. Volker Gerhardt von der Humboldt-Universität zu Berlin darüber, wie sich die neuen Möglichkeiten der Selbstinszenierung auf die Zunft der Wissenschaft und den Journalismus auswirken können.

Immer häufiger kommunizieren Wissenschaftler direkt mit der Öffentlichkeit. Sie nutzen soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder eigene Blogs, um über ihre Forschung zu berichten, kritische Themen zu diskutieren oder sich selbst zu vermarkten. Doch der Kommunikationsforscher Hans Peter Peters vom Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin glaubt nicht, dass direkte Selbstvermarktung der Wissenschaft die zentralen Funktionen des Wissenschaftsjournalismus übernehmen kann. Der Wissenschaftler erwartet eher ein fruchtbares Nebeneinander verschiedener Kommunikationsformen.

Peters befasst sich mit verschiedenen Facetten der Wissenschafts­kommunikation. Dazu zählen die Motive von Wissenschaftlern, sich an öffentlicher Kommunikation zu beteiligen, das Verhältnis von Wissenschaftlern und Journalisten sowie die Frage, welche gesellschaftlichen Funktionen öffentliche Wissenschafts­kommunikation erfüllt – vor allem im Bereich der Neurowissenschaften.

Volker Gerhardt, der Rechts- und Sozialphilosophie lehrt, warnte davor, die eigene Individualität durch bedenkenlose Kommunikation über persönliche Daten und Urteile im digitalen Raum preiszugeben. So richtig und vordringlich es sei, den rechtlichen Schutz der Nutzer im Netz zu sichern, so unerlässlich sei es, unter den neuen Bedingungen mehr Selbstdisziplin zu üben, mahnte er.

Weitere Informationen

Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM), Bereich Ethik in den Neurowissenschaften (INM-8)

Mitschnitt der Vorlesung (Website der Helmholtz-Gemeinschaft)


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