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Festkolloquium zur Neutronenforschung

JCNS feiert erfolgreiches Jülicher Neutroneninstrumentierungsprogramm

Jülich, 9. Juli 2014 – 15 einzigartige Messgeräte für die Neutronenforschung, innerhalb von nur acht Jahren auf- oder umgebaut an vier führenden Neutronenquellen in Deutschland, Frankreich, den USA und China – so lässt sich eines der größten Instrumentierungsprogramme im Bereich der Forschung mit Neutronen sehr kurz zusammenfassen. Den Erfolg dieses ehrgeizigen Vorhabens würdigte das Jülich Centre for Neutron Science (JCNS) am 3. Juli mit einem Festkolloquium auf dem Jülicher Campus.

Unter den rund 180 geladenen Gästen fanden sich Vertreter der Zuwendungsgeber, der Beratergremien, der kooperierenden Forschungseinrichtungen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des JCNS und weiterer Jülicher Institute und Infrastrukturabteilungen, die diesen Erfolg erarbeitet haben, darunter das Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik (ZEA) sowie die Gruppe Instrumentierung und Prozessleittechnik (G-ELI).

"Neutronen bleiben für die Forschung unverzichtbar", betonte MinDir'in Dr. Beatrix Vierkorn-Rudolph vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in ihrem Grußwort. Trotz Fortschritten bei anderen Analysemethoden, etwa im Bereich der Forschung mit Photonen, gäbe es zur Beantwortung bestimmter wissenschaftlicher Fragestellungen keine Alternativen zu Neutronen.

Dem JCNS bescheinigte Vierkorn-Rudolph eine "wirkliche Erfolgsgeschichte". Seit der endgültigen Stilllegung des Jülicher Forschungsreaktors FRJ-2, auch "DIDO" genannt, im Jahr 2006 war die Forschung mit Neutronen am Forschungszentrum Jülich von Grund auf neu strukturiert worden. Die Jülicher Instrumente wurden unter dem Dach des Neutroneninstrumentierungsprogramms abgebaut, umfangreich modernisiert und an führenden Neutronenquellen wieder aufgebaut; neue kamen hinzu. Die besten Neutroneninstrumente an den besten Neutronenquellen der Welt zu betreiben und sie Forscherinnen und Forschern aus dem In- und Ausland für ihre wissenschaftlichen Fragestellungen nutzbar zu machen, lautet seitdem die Strategie – einzigartig in der Forschung mit Neutronen.

2006 gründete das Forschungszentrum das JCNS, das heute elf Neutroneninstrumente unter dem Dach des Heinz Maier-Leibnitz Zentrums an der leistungsfähigsten deutschen Forschungsneutronenquelle in Garching bei München betreibt, zum Teil gemeinsam mit Partnerinstitutionen. Am Institut Laue-Langevin (ILL) im französischen Grenoble betreibt das JCNS ein Neutronenmessgerät und ist an vier weiteren beteiligt. An der Spallation Neutron Source in Oak Ridge, USA, ermöglicht ein Jülicher Neutronenspektrometer als einziges nicht-amerikanisches Messinstrument deutschen und europäischen Forschern, wertvolle Erfahrungen zu sammeln für den Bau und Betrieb von Instrumenten für die stärkste Spallationsneutronenquelle ESS, deren Bau im schwedischen Lund noch in diesem Jahr beginnen wird. Drei weitere Instrumente gingen an den chinesischen CARR-Reaktor in der Nähe von Peking.

"Nach nur acht Jahren, an denen wir an bis zu 15 Instrumenten gleichzeitig gearbeitet haben, sind nun alle Instrumente wieder im regulären Nutzerbetrieb, neue Instrumente sind hinzugekommen und zwei weitere werden 2015 fertig sein", freute sich Prof. Thomas Brückel, Direktor des JCNS und dankte allen Unterstützern und Beteiligten herzlich für Ihre Beiträge.

Den Erfolg der Jülicher Strategie belegen unter anderem die jährlich steigende Zahl von Nutzeranfragen und die Bewertung externer Fachleute. So hatte eine Begutachtung in diesem Jahr das JCNS als eine der weltweit besten Einrichtungen ihrer Art eingestuft, wie Prof. Sebastian M. Schmidt, Mitglied des Jülicher Vorstands in seinem Vortrag zur Neutronenstrategie des Forschungszentrums berichtete. Zukünftig plant Jülich eine Ausweitung der Aktivitäten auf die ESS sowie die im Bau befindliche Hochfluss­forschungsneutronenquelle PIK im russischen Gatchina nahe St. Petersburg.

Weitere Informationen:

Jülich Centre for Neutron Science
Heinz Maier-Leibnitz Zentrum

Pressekontakt:

Angela Wenzik, Wissenschaftsjournalistin
Forschungszentrum Jülich
Tel. 02461 61-6048
E-Mail: a.wenzik@fz-juelich.de


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