Navigation und Service

Selbstreinigung der Atmosphäre: entscheidend für die Luftqualität, wesentlich für das Klima

30.11.2015 - Das sogenannte Hydroxyl-(OH)-Radikal sorgt dafür, dass sich die Atmosphäre selbst von vielen Schadstoffen reinigt. Dies geschieht jedoch in Regionen, in denen der Mensch für eine starke Luftbelastung sorgt, offenbar anders als in bewaldeten Gebieten fernab der Metropolen. Um das Potenzial der Selbstreinigungskraft auf die Luftqualität und das Klima besser abschätzen zu können, suchen Jülicher Forscher nach den zugrunde liegenden chemischen Prozessen.

"OH-Radikale entstehen zum Beispiel, wenn Ozon durch Sonnenlicht gespalten wird", erklärt Prof. Andreas Wahner vom Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung. "Diese OH-Radikale sorgen nicht nur dafür, dass Schadstoffe aus der Luft ausgewaschen werden können, sondern sie bauen auch das klimarelevante Methan ab", betont Wahner. Weltweit arbeiten Experten daran, das Potenzial dieses "Waschmittels der Atmosphäre" genau zu verstehen.

Ein Beispiel für Schadstoffe, die das OH-Radikal effektiv abbaut, sind Stickoxide aus Abgasen. Dabei unterliegt das OH-Molekül sogar einem Recycling-Prozess. Zudem gilt: Je mehr Stickoxide sich in der Luft befinden, umso höher fällt auch die OH-Konzentration aus. Das bestätigen sowohl Modellrechnungen als auch Messungen geringer OH-Konzentrationen in unbelasteten Meeresregionen. In bewaldeten Gebieten mit geringen Stickoxidwerten jedoch versagen die Rechenmodelle. "Wir haben dort eine viel höhere OH-Konzentration vorgefunden, als es unsere chemischen Modelle vorhergesagt hatten." Die Forscher gehen davon aus, dass es einen bisher unbekannten chemischen Prozess gibt, der diese Werte erklären könnte.

"Pflanzen stoßen eine große Menge an flüchtigen organischen Komponenten aus", erläutert Andreas Wahner. "Isopren und Monoterpen aus Pflanzen reagieren beispielsweise mit dem OH-Radikal. Bisher stimmen die chemischen Gleichungen aber nicht mit unseren Messwerten vor Ort überein", fasst Wahner den Stand der Forschung zusammen. Aufschluss über den bisher unverstandenen Prozess erhoffen sich die Wissenschaftler durch eine neue Versuchsreihe in der Jülicher Klimakammer "SAPHIR Plus". Hierbei leiten sie die von Pflanzen abgegebenen flüchtigen organischen Emissionen in eine streng kontrollierte große Luftkammer. In dieser werden dann alle ablaufenden chemischen Prozesse gemessen und aufwendig analysiert. "Um effektivere Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität ergreifen zu können, müssen wir wissen, wie lange Luftschadstoffe sowie natürlich vorhandene Emissionen und deren Abbauprodukte wie Ozon oder Aerosole in der Atmosphäre verweilen. Dieses Wissen ist auch essentiell für zuverlässige Klimaprognosen", fasst Wahner zusammen.

Weitere Informationen:

Jülicher Klimaexperten mit Themenschwerpunkten

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Andreas Wahner
Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK-8)
E-Mail: a.wahner@fz-juelich.de
Tel.: +49 (2462) 61-4692

Pressekontakt:

Erhard Zeiss
Tel. 02461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de

Logo

 

 

 

IHRE MEINUNG IST UNS WICHTIG!

 

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

um unsere Website-Inhalte zukünftig noch besser an Ihre Bedürfnissen anzupassen und die Website damit noch attraktiver zu gestalten, möchten wir Ihnen heute ein paar kurze Fragen stellen.

Die Beantwortung der Fragen dauert ca. 10 Minuten.

Jetzt teilnehmen Nicht teilnehmen

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

 

Haben Sie im Moment keine Zeit oder haben Sie bereits an unserer Online-Befragung teilgenommen, dann können Sie das Fenster "hier" einfach schließen.

Wenden Sie sich bei Fragen rund um die Befragung gerne an:webumfrage@fz-juelich.de.

 

Ihr Team des Forschungszentrums Jülich

 

Hinweis: Zur anonymen Auswertung Ihrer Daten hat das Forschungszentrum Jülich das Markforschungsinstitut SKOPOS mit der Durchführung und Auswertung der Befragung beauftragt. SKOPOS handelt in übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz und den Richtlinien des ADM (Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V.) und der ESOMAR (Europäische Gesellschaft für Meinungs- und Marketingforschung). Ihre Daten werden nicht an Dritte weitergegeben.