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Messen mit Köpfchen

Fusionsanlage Wendelstein 7-X geht in die zweite Runde

Jülich, 14. September 2017 - Die Plasmaexperimente an der Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald haben nach 15 Monaten Umbaupause jetzt wieder begonnen. Plasmaphysiker vom Forschungszentrum Jülich waren am Aufbau dieser weltweit größten Kernfusionsanlage vom Typ Stellarator beteiligt. Gleich zu Beginn der neuen Kampagne lieferte die von ihnen entwickelte und mit neuen Messköpfen ausgestattete Messtechnik erste Ergebnisse über die Eigenschaften der Plasmarandschicht. Die Daten werden benötigt, um die Wechselwirkungen des 100 Millionen Grad heißen Plasmas mit den Wänden des Reaktors zu erforschen.

Wendelstein 7-XBlick in das mit Grafitkacheln verkleidete Plasmagefäß.
Copyright: IPP, Jan Michael Hosan

Die Jülicher Wissenschaftler hatten in der vorausgegangen Betriebszeit ein Instrument entwickelt, das für das gesamte Forschungsteam an Wendelstein 7-X unverzichtbar ist. Der sogenannte Sondenmanipulator fährt Messköpfe für einige Millisekunden in das Randplasma – nur so lange halten die Messköpfe den Belastungen stand. In der zurückliegenden Umbauphase zur Ausstattung der Anlage für höhere Heizleistungen und längere Pulse wurde auch der Sondenmanipulator erweitert und mit weiteren Messköpfen versehen. Es können nun der Verlauf der Dichte und Temperatur des Plasmas sowie das lokale Magnetfeld am Plasmarand vermessen werden.

Im Laufe der nun begonnenen Kampagne werden wichtige Messdaten erwartet, die die Funktionalität des sogenannten Divertors nachweisen sollen. Die Wandkomponente, die der Auskopplung der Helium-Asche aus dem Plasma dient, ist für die zukünftig angestrebte Energiegewinnung von entscheidender Bedeutung und besonders starken Belastungen ausgesetzt. In der dritten Kampagne sollen die Messungen den geplanten Dauerbetrieb mit wassergekühltem Divertor ermöglichen.

Wendelstein 7-X ist die weltweit größte Forschungsanlage vom Typ Stellarator. Neben dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik und Forschungszentrum Jülich sind 15 wissenschaftliche Einrichtungen aus Deutschland, Europa, den USA und Japan an dem Projekt beteiligt.

Bilder:

Messkopf für Wendelstein 7-XLinks: Plasma mit Messkopf im Plasmakontakt. Rechts: Messkopf nach Plasmakontakt unbeschadet, Elektroden für verschiedene Messungen sichtbar, Messspulen unter der Abdeckung.
Copyright: IPP, Wagner RCP (links) / Forschungszentrum Jülich (rechts)

Weitere Informationen:

Pressemitteilung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik vom 11. September 2017
Pressemitteilung zur Inbetriebnahme von W7-X mit ersten Jülicher Messungen vom 11. Dezember 2015
Pressemitteilung zur Erzeugung des ersten Wasserstoffplasmas vom 3. Februar 2016
Institut für Energie- und Klimaforschung, Plasmaphysik (IEK-4)
Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik, Engineering u. Technologie (ZEA-1)

Kontakt:

Dr. Olaf Neubauer
Institut für Energie- und Klimaforschung, Plasmaphysik (IEK-4)
Tel. 02461 61-4659
E-Mail o.neubauer@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Tobias Schlößer
Pressereferent, Unternehmenskommunikation
Tel. 02461 61-4771
E-Mail t.schloesser@fz-juelich.de


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