Navigation und Service

Drängel-Experiment an Wuppertaler Universität

500 Studierende testen, wie sich gefährliches Gedränge an Eingängen vermeiden lässt

Jülich, 26. Januar 2018 – In einer Menschentraube am Eingang eines Konzerts oder einer Sportveranstaltung kann es schnell eng werden. Experten des Forschungszentrums Jülich, der Bergischen Universität Wuppertal und der Ruhr-Universität Bochum haben die Situation in Experimenten mit Wuppertaler Studierenden nachgestellt. Sie interessiert: Wie entsteht das teils gefährliche Gedränge – und mit welchen Mitteln lässt es sich vermeiden? Frühere Experimente hatten gezeigt, dass sich das dichte Getümmel durch Absperrgitter entzerren lässt. Mit den neuen Experimenten haben die Forscher nun weitere Faktoren untersucht, die das Drängeln beeinflussen.

Studierende testen, wie sich gefährliches Gedränge an Eingängen vermeiden lässtDrängel-Experiment an der Universität Wuppertal: Orange Mützen dienen als Marker, um die Laufwege der Probanden verfolgen zu können.
Copyright: Forschungszentrum Jülich / M. Boltes

„Sie warten auf Einlass zum Konzert Ihrer Lieblingsband und wissen: Nur die ganz Schnellen erhalten einen der begehrten Plätze in der ersten Reihe.“ So lautet eine Aufgabenstellung beim sogenannten Drängel-Experiment. Von Dienstag bis Donnerstag hat Prof. Armin Seyfried vom Jülich Supercomputing Centre (JSC) gemeinsam mit seinem Team das Foyer im Hörsaalzentrum der Bergischen Universität Wuppertal mit Absperrgittern präpariert und Studierende als Probanden rekrutiert. Diese stürzten sich ins Gedränge und strebten mal forscher, mal entspannter dem vorgegebenen Eingang zu.

"Wir haben das Experiment ca. fünf Mal pro Tag durchgeführt", zog Armin Seyfried am Donnerstag Bilanz. "Beteiligt haben sich insgesamt rund 500 Studierende, pro Durchgang waren zwischen 15 und 70 Personen dabei." Vorstudien hätten bereits gezeigt, dass es einen deutlichen Unterschied mache, ob Menschenmengen halbkreisförmig angeordnet seien oder sich in einer Warteschlange vor dem Einlass formierten. "Bei der ersten Variante entsteht das Gedränge praktisch sofort, während es in einer Warteschlange wesentlich ruhiger zugeht", so der Wissenschaftler.

Die Auswertung des Drängel-Experimentes erfolgt während der kommenden Monate. Mit konkreten Ergebnissen rechnen Seyfried und sein Team im Sommer.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung vom 30. Juni 2017, „Psychologischer Effekt gegen das Gedränge“

Medieninformation der Bergischen Universität Wuppertal vom 26. Januar 2018, „Drängel-Experiment in Gebäude K: 500 Studierende beteiligten sich als Probanden“

Jülich Supercomputing Centre, Forschungsbereich „Sicherheit und Verkehr“

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Armin Seyfried
Jülich Supercomputing Centre (JSC), Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461 61-3437
E-Mail: a.seyfried@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Tobias Schlößer
Unternehmenskommunikation, Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461 61-4771
E-Mail: t.schloesser@fz-juelich.de