Erstflug von GLORIA
Vom Flughafen Kiruna (Nordschweden) startete am 11.12.2011 das russische Höhen-Forschungsflugzeug Geophysica mit dem neuen Klimaforschungsinstrument GLORIA an Bord.
GLORIA (Gimballed Limb Observer for Radiance Imaging of the Atmosphere) ist ein Instrument, gemeinsam entwickelt von Wissenschaftlern und Ingenieuren des Forschungszentrums Jülich (FZJ) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Ziel ist es erstmals ein detailliertes Bild der Tropopause zu liefern. Die Daten sind wichtig, um bisherige Klimamodelle entscheidend zu verbessern. So kann mit Hilfe der Daten aus der Stratosphäre zum Beispiel der Treibhauseffekt exakter nachgewiesen oder vielleicht in naher Zukunft das Wetter auf mehrere Wochen hinaus vorhergesagt werden.
Das Messprinzip basiert auf einem neuartigen 2-dimensionalen Infrarot-Detektor. In Kombination mit einem Interferometer zerlegt dieser die von den atmosphärischen Gasen ausgesandte Wärmestrahlung in ihre spektralen Anteile. Dadurch können diverse Gase (wie z.B. CO2, O3, NO2 etc.) und bspw. Regenerationsprozesse sehr genau abgebildet werden.
Im ZEL wurde das Elektroniksystem zur Datenerfassung und Instrumentensteuerung entwickelt und aufgebaut. Die elektronischen Baugruppen wurden speziell auf die Anforderungen in 15 – 20 km Flughöhe, Außentemperaturen von bis zu -80°C und den zu erwartenden starken Vibrationen und geringe Leistungsaufnahme ausgelegt. Beim ersten Flug am 11.12.2011 funktionierte diese Elektronik einwandfrei.
Die ESSENCE Kampagne wurde von insgesamt 3 Kollegen des ZEL unterstützt, welche in den letzten Wochen vor Ort in Kiruna waren.
Elektronik Ingenieure vom FZJ und KIT vor dem GLORIA-Instrument an der Geophysica
Quelle: Forschungszentrum Jülich
Nach erfolgreichem Ersteinsatz auf der „Geophysica“ wird das Instrument ab Sommer 2012 an Bord des neuen deutschen Forschungsflugzeugs „HALO“ installiert. Ab 2020, so die Hoffnung der Wissenschaftler, liefert eine weltraumtaugliche Version des Gerätes wichtige Klimadaten, und zwar als Bestandteil der PREMIER-Mission an Bord eines ESA-Satelliten.
Trägt das neuentwickelte Instrument GLORIA in über 20 Kilometer Höhe: das russische Forschungsflugzeug "Geophysica" in Kiruna.
Quelle: Forschungszentrum Jülich
Weitere Links:
Forschungszentrum Karlsruhe - Gloria - Projekt
WDR - "Gloria" in der Stratosphäre
















