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Neue Brennstoffzelle für flüssigen Treibstoff entwickelt

[22. April 2001]

Auf dem Weg zu leistungsfähigen Brennstoffzellen für den mobilen Einsatz ist Jülicher Forschern ein Durchbruch gelungen: Auf der Hannover Messe stellen die Jülicher Forscher eine Direkt-Methanol - Brennstoffzelle mit 500 Watt Leistung vor (Halle 18, Stand J 04). Das bedeutet eine Steigerung der Leistung um das Zehnfache gegenüber dem Vorjahr. Direkt-Methanol - Brennstoffzellen eignen sich zum Beispiel für den Einsatz im Fahrzeug und bei portablen Systemen. Der Kraftstoff kann nachwachsenden Rohstoffen entstammen.

Herkömmliche Brennstoffzellen benötigen gasförmige Kraftstoffe wie zum Beispiel Wasserstoffgas. Das bedeutet einen großen Nachteil: Wasserstoff kann als Gas nicht über das bestehende Tankstellennetz vertrieben werden, das für flüssige Kraftstoffe - Benzin und Diesel - ausgelegt ist. Anders die Direkt-Methanol - Brennstoffzelle (DMFC): Sie kann flüssiges Methanol - eine Alkoholart - direkt in Strom umsetzen. Mit dem Strom wird der Fahrzeugmotor - ein Elektromotor- betrieben. Für Autos, die Methanol tanken, müssen keine neuen Verteilernetze und Tankstellen aufgebaut werden. Methanol hat aber noch einen Vorteil: Der flüssige Kraftstoff kann auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, etwa aus Holzresten, Raps und Zuckerrohr.

Bis vor wenigen Monaten galten DMFC noch als eine exotische Form von Brennstoffzellen, die außerhalb von Forschungslaboratorien kaum Beachtung fanden. "Das hat sich mit der neuen Variante der DMFC aus Jülich geändert", sagt Professor Detlef Stolten, Direktor am Institut für Werkstoffe und Verfahren der Energietechnik. Die Jülicher Wissenschaftler haben für DMFC eine grundlegend neue Architektur erarbeitet. Die Forscher reduzierten unter anderem die Schichtdicken der Verteilerstrukturen und der Elektroden. Mit diesem Konzept konnten sie die Abstände der einzelnen Zellen innerhalb des Zellenstapels auf zwei Millimeter reduzieren, Bauteile vereinfachen und die Leistung steigern. "Vor einem Jahr noch schaffte unsere DMFC gerade mal 50 Watt. Heute sind es schon 500. Die Leistungsdichte konnten wir sogar um das Zwanzigfache steigern", sagt Stolten. Nächstes Jahr wollen die Forscher den Rekord von 5000 Wattaufstellen. Was die Jülicher Entwickler heute schon gewonnen haben, ist bares Geld: "Durch das neue Zell-Design konnten wir auch die Kosten für die DMFC deutlich drücken", freut sich Stolten.

- tgt -

Weitere Informationen zur Brennstoffzellenentwicklung in Jülich sind unter http://www.fuel-cells.de erhältlich.


2001-22-Brennstoffzelle-klein_jpgUmweltfreundliche Power aus dem Forschungszentrum Jülich: Der Kraftstoff für diese Direkt-Methanol - Brennstoffzelle kann aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, zum Beispiel aus Holzresten, Raps und Zuckerrohr.
Copyright: Forschungszentrum Jülich


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