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Experte für Minusgrade holt Gold in Seoul

Eine von 5 deutschen Goldmedaillen für Jülicher Kälteanlagenbauer bei Berufs-Weltmeisterschaft

[19. September 2001]

(Bisheriger Text:) Kann man in wenigen Stunden unter den strengen Augen einer internationalen Jury eine komplette Kühlanlage aufbauen und in Betrieb setzen? Dies könnte eine der Aufgaben sein, die Nicolas Reinhard vom Forschungszentrum Jülich vom 13. bis zum 16. September bei der internationalen Berufsweltmeisterschaft der Jugend in Seoul bewältigen muss. Der Kälteanlagenbauer, der im letzten Jahr seine qualifizierte Ausbildung im Forschungszentrum beendete, hatte sich in einem mehrstufigen Verfahren für die Berufsolympiade in der südkoreanischen Hauptstadt qualifiziert. Hier tritt er nun für Deutschland gegen eine internationale Konkurrenz an.

Die weltweit Besten des Nachwuchses aus Handel, Industrie und Handwerk treten alle zwei Jahre in einen beruflichen Wettstreit. Bei der "Berufsolympiade" zeigen junge Menschen aus 34 Ländern in 40 Berufsklassen, was sie während ihrer Ausbildung gelernt haben. Mit Reinhard, der seine Ausbildung mit einer vorgezogenen Abschlussprüfung als Innungsbester beendet hatte, tritt erstmals ein Deutscher in der Berufsklasse Kälteanlagenbau an.

Und die Anforderungen sind hoch gesteckt. Innerhalb von maximal 22 Stunden müssen an maximal vier Tagen mehrere praktische Arbeiten angefertigt werden. Hier zeigt sich, wer in seinem Job Spitze ist. So könnte für Reinhard zum Beispiel die Montage von Kältemittelleitungen auf dem Plan stehen. Oder aber die Störungssuche und Reparatur eines Kühlgerätes oder einer Klimaanlage. Auch Theorie wird vom Prüfling verlangt. Die Aufgaben werden erst am Wettbewerbstag bekannt gegeben.

Nicolas Reinhard, der zurzeit seinen Ersatzdienst ableistet, hat sich gezielt auf die Weltmeisterschaft vorbereitet: Er war im Ausbildungszentrum der Kältebauer-Innung in Düsseldorf. Trotzdem gibt es noch einige Unbekannte: Wie werden zum Beispiel die Materialien vor Ort aussehen? Entsprechen sie der europäischen oder der US-Norm? Da ist Flexibilität gefragt.

"Dabei sein ist alles", meint deshalb Dieter Litterscheidt, Leiter der Zentralen Berufsausbildung des Forschungszentrums Jülich, der in regelmäßigem Kontakt zu dem erfolgreichen Handwerker steht. Schließlich geht es nicht nur um Gold, Silber oder Bronze. Es ist auch interessant zu beobachten, wie die internationalen Kollegen arbeiten. So wird ein und die gleiche Aufgabe häufig auf völlig unterschiedliche Weise gelöst. Da lohnt es sich, einmal beim Nachbarn zuzuschauen.

Wer sich bei dieser Weltmeisterschaft beweist, der hat die allerbesten Karten für seine spätere Karriere. Die Auszeichnungen sind anerkannte Referenzen, die beruflich einige Türen öffnen werden.

Vor der Teilnahme mussten sich die Kandidaten jedoch erst auf Regional-, Landes- und Bundesebene beweisen. Nur der oder die Beste bekommt die Fahrkarte zur "Berufsolympiade", die bereits seit über 50 Jahren ausgerichtet wird. Angefangen hat übrigens alles mit 12 Teilnehmern in 12 Berufen. In diesem Jahr sind rund 600 Jugendliche bis zu einem Alter von 22 Jahren dabei, davon 32 aus Deutschland.

Egal, wie das Ergebnis aussehen wird: Seinen Job hat Nicolas Reinhard schon lange sicher: er hat einen unbefristeten Vertrag vom Forschungszentrum Jülich in der Tasche.

2001-44-Reinhard1-klein_jpgNicolas Reinhard, Kälteanlagenbauer aus dem Forschungszentrum Jülich, vertritt die deutschen Fahnen jetzt bei der Weltmeisterschaft in Korea.
Quelle: Forschungszentrum Jülich


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