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Internationale Konferenz über Computersimulationen

Über 350 Wissenschaftler aus 41 Ländern

[5. September 2001]

Im Aachener Eurogress findet vom 5. bis 8. September die internationale "Conference on Computational Physics" (CCP 2001) statt. 350 Wissenschaftler aus der ganzen Welt, die sich mit Computersimulationen in der Physik beschäftigen, nehmen daran teil. Simulationen haben sich zwischenzeitlich neben Experiment und Theorie regelrecht als die dritte Säule der Physik etabliert. Im Rahmen dieser Tagung erhält der Mainzer Physiker Prof. Dr. Kurt Binder am 6. September den Berni J. Alder CECAM-Preis, die höchste Auszeichnung, die in Europa für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Computersimulationen in der statistischen Physik und der Physikalischen Chemie verliehen wird.

Die Konferenz, die seit 1989 Forschern aus dem Bereich Computational Physics ein Forum zum Austausch neuester Resultate und Ideen bietet, findet nun erstmals in Deutschland statt. Sie wird im Namen der Europäischen Physikalischen Gesellschaft vom John von Neumann-Institut für Computing (NIC) organisiert. Das NIC, eine Gemeinschaftseinrichtung von Forschungszentrum Jülich und dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY), ist das älteste seit Mitte der 80er Jahre bundesweit operierende Höchstleistungsrechenzentrum. Es fördert die Computersimulation in allen Wissenschaften, indem es Supercomputer-Kapazität anbietet und die Entwicklung der Simulationstechniken weitertreibt.

Neben Fachvorträgen von mehr als 130 Wissenschaftlern werden in diesen Tagen in Aachen auch etwa 300 Posterbeiträge zu den zentralen Themen der Konferenz zu sehen sein. Dieses sind neben der Materialwissenschaft die Polymerforschung, Astrophysik, Strömungsphysik, methodische Fortschritte bei der Computersimulation, sowie die neuen Themen Econophysics oder Sociophysics.

Die ideelle und finanzielle Unterstützung der Konferenz durch nationale und internationale Organisationen sowie durch das Forschungszentrum Jülich ermöglicht es auch über 80 Wissenschaftlern aus vorwiegend osteuropäischen Ländern, an der CCP 2001 teilzunehmen..

Professor Dr. Kurt Binder von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erhält im Rahmen dieser Konferenz am 6. September den Berni J. Alder CECAM-Preis. Das ist die höchste Auszeichnung, die in Europa für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Computersimulationen in der statistischen Physik und der Physikalischen Chemie verliehen wird. Der alle zwei Jahre vergebene Preis ist mit 25.000 Francs (etwa 8.000 DM) dotiert und wurde erstmals 1999 vom Centre Europeen de Calcul Atomique et Moleculaire (CECAM) ins Leben gerufen. Nach Professor Dr. Giovanni Ciccotti, Universität La Sapienza Rom, ist nun Prof. Binder der zweite Preisträger.

Prof. Binder erhält den Preis für seine hervorragenden wissenschaftlichen Grundlagenarbeiten für die Lösung von Problemen, die man analytisch nicht und experimentell nur äußerst schwierig lösen kann, wie beispielsweise das Verhalten von Polymeren. Er hat das Potenzial der Monte-Carlo-Computersimulation zur Lösung dieser Fragestellungen schon Anfang der 70er Jahre erkannt und sich dafür eingesetzt, dass sich diese Methode etablieren konnte. Die von ihm entwickelten Methoden zur Abschätzung der statistischen Genauigkeit der Daten und von Effekten endlicher Systemgrößen sowie zur systematischen Analyse von Fluktuationen, die sich störungstheoretischer Behandlung entziehen, gehören heute zum Rüstzeug jedes theoretisch arbeitenden Physikers. Damit ist Kurt Binder als Pionier dessen zu sehen, was man neben Experiment und Theorie als die dritte Disziplin der Physikversteht.

Der heute 57jährige Binder promovierte in Wien, habilitierte sich an der TU München, arbeitete als Professor an der Universität in Saarbrücken und war sechs Jahre lang Direktor am Institut für Festkörperforschung des Forschungszentrums Jülich. Seit 1983 ist er an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig.

Curriculum Vitae von Professor Kurt Binder ist abrufbar unter: http://www.cond-mat.physik.uni-mainz.de/~binder/Binder_CV.html


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