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Informationsträger aus 5000 Jahren

Ausstellung zum Jubiläum der Bibliothek

[4. April 2001]

"Vom Papyrus bis zum E-Book" lautet das Motto der Ausstellung zum 40-jährigen Jubiläum der Zentralbibliothek (ZB) im Forschungszentrum Jülich. Der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums, Prof. Joachim Treusch, gratuliert heute zum Geburtstag der ZB und eröffnet die Ausstellung. "Die Geschichte der Bibliothek ist eine Geschichte der Medien", begründet Dr. Rafael Ball, Leiter der ZB, die Ausstellung, die Informationsträger aus den letzten 5000 Jahren vereint.

Die Ausstellung reicht vom Schreibmaterial der alten Ägypter bis zur Hardware des Internetzeitalters. Den Wandel der Zeit dokumentieren unter anderem Papyrus, Papier, Mikrofiche und Lochstreifen. Mit der Digitalisierung kamen schließlich Magnetbänder, Disketten und CD-ROMs hinzu. Den letzten Schritt der Entwicklung stellt das "E-Book" dar. "E-Book" bedeutet elektronisches Buch. Es ist eine Kombination von Datenspeicher und Bildschirm mit äußerer Ähnlichkeit zu einem Gameboy. In den Speicher lassen sich immer wieder neue Textdateien laden - Zeitungen, Zeitschriften, Bücher. Um ihr Leben lang zu schmökern, brauchen Bücherwürmer und Leseratten in Zukunft dann nur noch ein einziges Buch, das E-Book.

Bücher dürfen in einer Bibliothek natürlich auf keinen Fall fehlen: Zusammen mit der Universitätsbiliothek Heidelberg zeigt die ZB wertvolle Ausgaben aus den letzten vier Jahrhunderten. Zu den Schätzen zählen Werke der Nobelpreisträgerin Marie Curie sowie das älteste Buch der ZB, "Das gelehrte Teutschland" von 1783. Neben bedeutenden Büchern gibt es in der Bibliothek auch traditionelle Zeitschriften. Aus dem Jahre 1878 stammt der erste Band der "Annalen der Physik und Chemie". Diese naturwissenschaftlich bedeutende Zeitschrift gibt es heute noch. Einige Exemplare sind besonders schön gebunden, wie zum Beispiel die VDI-Nachrichten aus den "Golden Twenties".

Die Zentralbibliothek begann in Jülich ihren Dienst für die Wissenschaft im Jahre 1961, knapp fünf Jahre nach Gründung der damaligen Kernforschungsanlage. "Seit 40 Jahren versorgen wir die Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich mit aktuellen Informationen" sagt Dr. Rafael Ball. Inzwischen hat sich die ZB zu einer der größten naturwissenhschaftlich-technischen Spezailbibliotheken Deutschlands entwickelt.

Für eine Bibliothek sind 40 Jahre ein zartes Alter, schließlich haben Bibliotheken eine weit reichende Vergangenheit. Schon vor mehr als 4000 Jahren gab es im mittleren Osten Sammlungen beschrifteter Tontafeln. Heute, im Zeitalter des Internets, stellt sich die Frage: Hat die Bibliothek noch eine Zukunft? "Die wichtigste Aufgabe einer Bibliothek ist heute die fundierte Auswahl und qualitative Selektion von Information aus dem riesigen Angebot", sagt Dr. Rafael Ball. "Deshalb wird es auch in Zukunft Bibliotheken mit Informationsspezialisten geben müssen." Die Digitalisierung macht aber auch vor der Bibliothek nicht Halt: Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich recherchieren in einem Online-Katalog und bestellen Literatur per E-Mail. Außerdem verfügt die Zentralbibliothek über 1200 elektronische Zeitschriften, die die Wissenschaftler am eigenen Bildschirm lesen können. Zusätzlich bietet dieBibliothek Links zu Datenbanken auf der ganzen Welt.

Die Ausstellung "Vom Papyrus zum E-Book", die auch Exponate aus dem Dürener Papiermuseum zeigt, ist noch bis Ende des Jahres für jedermann im Lesesaal der ZB zugänglich. Sie ist montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Besucher bringen bitte ihren Personalausweis mit.Zum Jubiläum der ZB sind noch weitere Aktionen geplant. Im Herbst veranstaltet die ZB in ihren Räumen einen Tag der Offenen Tür und eine Konferenz zum Thema "Die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens".

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