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Prädikat TOTAL E-QUALITY erneut für Forschungszentrum Jülich

[6. Mai 2002]

Auszeichnungen für wissenschaftliche Erfolge sind für das Forschungszentrum Jülich keine Seltenheit. Die Auszeichnung, mit der sich das Zentrum aus der Herzogstadt seit 1999 schmücken darf, gilt dagegen einer ganz anderen Qualität: nämlich der Art und Weise, wie Chancengleichheit als Bestandteil der Personalpolitik praktiziert wird. Seit heute steht fest: Das Prädikat "Total E-Quality" darf für weitere drei Jahre Briefbögen, Broschüren und Homepage schmücken.

Das Prädikat "Total E-Quality" (engl. Quality = Qualität, Equality = Gleichheit) wird seit 1997 von dem gleichnamigen Verein vergeben, der eine Initiative aus der Wirtschaft ist. Seine Gründung geht zurück auf eine Konferenz des Netzwerkes "Positive Aktionen" der Europäischen Kommission im Mai 1994 in Como (Italien). Gründungsmitglieder waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter u.a. der Bayer AG, Deutsche Telekom, Hoechst, Philips, VW sowie der Sozialpartner Deutscher Gewerkschaftsbund, Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, des Forschungs- und des Familienministeriums. Das Prädikat ist eine Auszeichnung für Unternehmen, die ihre Personalpolitik an den Maximen der Chancengleichheit ausrichten. Es steht als Beleg dafür, dass Chancengleichheit zu effizientem Personaleinsatz führt, dadurch die Qualität im Unternehmen verbessert wird und dies wiederum die Wettbewerbsfähigkeitsichert.

Im Rahmen einer Feier im Bonner Wissenschaftszentrum am 6. Mai 2002 wurde die Urkunde unter anderen an das Forschungszentrum Jülich überreicht.

Mit dem Prädikat wurde das Jülicher Aktionsprogramm ausgezeichnet, das schon die damalige Vorsitzende des Wissenschaftsrates und Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten, Prof. Schipanski, als "Maßstab in der deutschen Forschungslandschaft" bezeichnete. Es beinhaltet fünf "Aktionslinien": Klare Rahmenbedingungen für Chancengleichheit, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Förderung frauenspezifischer Themenstellungen sowie von Frauen in Führungspositionen und bisher männlich dominierten Berufen. Zu den Rahmenbedingungen gehören u.a. Grundsätze für die Personalauswahl und die Schaffung eines Bewusstseins für Chancengleichheit im Betrieb. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird gefördert durch den Aufbau einer Kindertagesstätte zusammen mit der Elterninitiative "Kleine Füchse e.V." und Ferienspiele. Frauenspezifische Themen sind Inhalt vonVeröffentlichungen und Broschüren. Werkstattkurse, Mädchen-Technik-Tage und gezielte Ansprachen sollen junge Frauen für männlich dominierte Berufe interessieren. Zur Förderung von Frauen in Führungspositionen hat das Forschungszentrum mit Unterstützung des Bundesforschungsministeriums ein "Tenure-Track-Programm" nach amerikanischem Muster gestartet und darüber hinaus im Rahmen eines Sofortprogramms sechs von Wissenschaftlerinnen geleitete Arbeitsgruppen etabliert. Die Statistik hat die Jury überzeugt: Seit Ende 1998 wurde der Frauenanteil am Gesamtpersonal von 24,8 auf 27,8 Prozent gesteigert, der Frauenanteil an Führungspositionen auf höchster Ebene von 5,4 auf 7,2 Prozent und auf mittlerer Ebene von 5,9 auf 8,1 Prozent. In den Vergütungsgruppen ab BAT IIa wurde der Anteil von 9,4 auf 13,8 gesteigert. Von 9,1 auf 13,4 Prozent stieg der Anteil der Frauen beim wissenschaftlichen Personal, von 22,2 auf 24,9 Prozent beimtechnischen Personal. Beim Nachwuchs stieg der Frauenanteil von 21 auf 28 Prozent, bei Auszubildenden von 22,4 auf 34 Prozent, bei Diplomanden von 12,6 auf 26,5 und bei Doktoranden von 23,7 auf 26,3 Prozent.

Das Prädikat gilt für drei Jahre und muss danach in einem erneuten Bewerbungsverfahren wieder erworben werden.


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