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Anerkennung für Jülicher Fusionsforschung

Forschungszentrum Jülich stellt europäischen Forschungsleiter

[2. Oktober 2002]

Dr. Volker Philipps vom Institut für Plasmaphysik des Forschungszentrums Jülich wurde kürzlich vom europäischen Koordinationsgremium für die Erforschung der kontrollierten Kernfusion (European Fusion Development Agreement, EFDA) zum Leiter der neu gegründeten Arbeitsgruppe "Plasma-Wand-Wechselwirkung" ernannt. Wichtigste Aufgabe der Arbeitsgruppe ist die Klärung von Fragen, die für den Bau des geplanten nächsten großen Fusionsexperiments ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) entscheidend sein werden.

Der neuen Arbeitsgruppe "Plasma-Wand-Wechselwirkung" gehören Wissenschaftler fast aller Forschungsinstitutionen in Europa an, die sich mit Kernfusion beschäftigen. Ihr Ziel ist die Erzeugung von Energie durch Verschmelzen von Wasserstoff-Kernen zu Helium-Kernen. Auch die Sonne bezieht ihre Energie aus solchen Kernfusions-Reaktionen, die bei etwa 10 bis 100 Millionen Grad ablaufen. Mit der Gründung der Länder übergreifenden Arbeitsgruppe wird die hohe Bedeutung sichtbar, die die Untersuchung der Wechselwirkung vieler Millionen Grad heißer Kernfusionsplasmen mit den umgebenden Wänden für den Bau eines Fusionskraftwerks hat. Ferner wird die langjährige, international anerkannte Kompetenz des Forschungszentrums Jülich auf diesem Gebiet unterstrichen.

Das Institut für Plasmaphysik in Jülich (IPP) beschäftigt sich bereits seit Mitte der Siebziger Jahre erfolgreich mit der Plasma-Wand-Wechselwirkung. Das 1982 in Betrieb gegangene Kernfusionsexperiment TEXTOR wurde speziell dafür ausgelegt. Es ermöglicht umfangreiche interdisziplinäre Untersuchungen im Bereich der Plasma- und Atomphysik, der Material- und Oberflächenwissenschaften sowie der Plasmachemie. So wurde an TEXTOR unter anderem ein Verfahren zur schützenden Beschichtung von großen Oberflächen mit speziellen hauchdünnen Materialien entwickelt, ohne das heute kaum ein Fusionsexperiment erfolgreich arbeiten könnte.

Der Leiter der neuen europäischen Arbeitsgruppe, Dr. Volker Philipps, arbeitet seit 25 Jahren im Forschungszentrum Jülich an Fragen, die sich durch die Wechselwirkung von heißen Fusionsplasmen mit den umgebenden Wänden ergeben. Der 54-Jährige studierte Physik an der Universität Marburg und promovierte an der technischen Hochschule Aachen auf dem Gebiet der Festkörperphysik.


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