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Vom Quark zum Atomkern: Internationale Tagung in Jülich

200 Wissenschaftler aus 25 Ländern diskutierten über den Aufbau der Materie

[13. Juni 2002]

Im Forschungszentrum Jülich fand vom 9. bis 14. Juni die internationale Tagung "Quark Nuclear Physics 2002" (QNP) statt. Sie wurde in diesem Jahr vom Institut für Kernphysik (IKP) zusammen mit den Universitäten Bonn und Mainz organisiert und stand unter Leitung von Prof. Josef Speth vom IKP. Die QNP brachte etwa 200 Wissenschaftler aus 25 Ländern zusammen. In Jülich diskutierten sie über den Aufbau der Welt aus Atomkernen und Elementarteilchen.

Die QNP findet alle zwei Jahre statt. Das Besondere an dieser Tagung: Sie bietet einen umfassenden Überblick über die moderne "Physik des Allerkleinsten": So referierten vormittags im Hörsaal des Forschungszentrums Jülich renommierte Wissenschaftler aus aller Welt. Nachmittags kamen in vier parallelen Vortragsreihen vor allem jüngere Forscher zu Wort. Dabei drehte sich alles um Quark, denn: Quarks gelten als die elementaren Bausteine der Materie. Doch erstaunlicherweise treten sie immer nur in Zweier- oder Dreiergruppen auf: Diese Gruppen bauen den Atomkern auf, aus ihnen besteht alles, was wir kennen. Doch wie genau ist die Materie aus Quarks aufgebaut, welche Spielregeln gelten dabei? Warum gibt es Quarks nur in Zweier- und Dreiergruppen? Wie lassen sie sich als Bestandteile der bekannten Teilchen überhaupt nachweisen, wie theoretisch verstehen? Das sind die zentralen Fragen, die die Physiker heutzutage - und in derletzten Woche vor allem in Jülich - diskutierten.

Wie bei den beiden letzten Tagungen in Adelaide (Australien) und Osaka (Japan) präsentierten die Physiker auch in diesem Jahr die neuesten experimentellen Ergebnisse von nahezu allen großen Beschleunigern, darunter CERN in der Schweiz, das "Brookhaven National Laboratory" in den USA oder DESY in Hamburg. Auch Messungen am Protonenbeschleuniger des Forschungszentrums wurden vorgestellt: COSY ist eine Anlage mittlerer Größe und für hochpräzise Untersuchungen bestimmter Phänomene besonders geeignet. Alle Ergebnisse verglichen die Physiker mit den bestehenden Theorien. Gleichzeitig diskutierten sie neue theoretische Ansätze und Modelle und beleuchteten deren Ergebnisse besonders kritisch. Einen Schwerpunkt in diesem Jahr bildeten erste Ergebnisse aus dem neuen Superbeschleuniger in Brookhaven (USA): Dort werden schwere Atomkerne mit den zurzeit größtmöglichen Energien aufeinander geschossen, umfür kurze Zeit einen Materiezustand zu erzeugen, wie er nach heutigem Wissen bei der Entstehung der Welt - kurz nach dem Urknall - bestanden hat.

Zwischen den einzelnen Vorlesungsreihen hatten die Wissenschaftler genügend Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und anregenden Diskussionen, in denen sie ihre Erfahrungen und Ideen austauschen konnten. Darin liegt der besondere Reiz großer internationaler Tagungen wie der QNP. Doch andererseits darf bei so viel "harter" Wissenschaft natürlich auch ein entsprechendes Rahmenprogramm nicht fehlen: Deshalb hatte das Forschungszentrum am ersten Konferenztag einen Empfang vorbereitet und am Mittwoch fand eine Stadtrundfahrt in Aachen statt, mit anschließendem Konferenz-Dinner in der stilvollen "Aula Carolina".

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Der "Physik vom Allerkleinsten" lauschten während der QNP 2002 im großen Hörsaal des Forschungszentrums Jülich etwa 200 Wissenschaftler aus aller Welt.

Foto: Forschungszentrum Jülich


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