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1. Jülicher Patientensymposium ein großer Erfolg

Informationen rund um Schilddrüsenkrebs

[11. Juli 2003]

Der aktuelle Stand der Wissenschaft in Diagnose und Therapie von Schilddrüsenkrebs stand im Mittelpunkt des ersten Patientensymposiums im Forschungszentrum Jülich. Ärzte, Patienten, Angehörige und Mitglieder einer Selbsthilfegruppe nutzten die Gelegenheit zu einem regen Austausch. Das große Interesse spiegelte sich - neben den lebhaften Gesprächen - auch in der Teilnehmerzahl: Zusätzliche Stühle mussten bereitgestellt werden, um die etwa 350 Teilnehmer im Großen Hörsaal unterzubringen.

"Schilddrüsenkrebs" - so lautet nach einer Statistik der Deutschen Krebshilfe die Diagnose für 2800 Menschen in Deutschland Jahr für Jahr. "Diese Krebsform ist vergleichsweise selten", erläutert Dr. Hubertus Hautzel, Stellvertretender Direktor der Nuklearmedizinischen Klinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im Forschungszentrum Jülich. "Und die Heilungschancen sind mit 95 Prozent sehr hoch". Voraussetzung ist jedoch eine konsequente, lebenslange Therapie, denn Metastasen können auch nach 20 Jahren noch auftreten. "Es kommt also auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt an", so Dr. Hautzel weiter. "Patienten müssen auch nach einem Umzug sofort Kontakt zu einem anderen Facharzt aufnehmen, um den Faden nicht abreißen zu lassen." Ziel des 1. Patientensymposiums unter der Schirmherrschaft der Schilddrüsenliga Deutschland e.V. war es dann auch unter anderem, den Betroffenen undihren Angehörigen neue Methoden und die Bedeutung der Therapie nahe zu bringen.

Privatdozent Dr. Reinhard Aurisch von den ebenfalls beteiligten Maria-Hilf-Kliniken in Mönchengladbach eröffnete die Reihe der Vorträge mit einer Einleitung zum Thema. Dr. Hautzel erläuterte die medizinischen Möglichkeiten zur Krebsdiagnose im Vorfeld einer Schilddrüsenoperation und in der Nachsorge nach erfolgter Therapie. Er stellte Laborwertbestimmungen, Ultraschall- und nuklearmedizinische Untersuchungstechniken an konkreten Beispielen vor.

Dr. Peter Theissen von der Nuklearmedizinischen Universitätsklinik Köln berichtete über die therapeutischen Optionen und ging hier insbesondere auf den hohen Stellenwert der Operation mit anschließender Radiojodtherapie ein. Die Radiojodtherapie ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur gezielten Behandlung von Schilddrüsenresten und Tumormetastasen. Als Betroffene stellte Kuniewicz von der Schilddrüsenliga ihre persönliche Geschichte und die Selbsthilfegruppe der Schilddrüsenerkrankten vor.

Bei der abschließenden Diskussionsrunde unter Moderation von Dr. Marco Tosch aus Mönchengladbach wurden mit den Referenten zusätzliche Fragen und Neuerungen zu Therapie und Karzinomnachsorge erörtert. Im Mittelpunkt dieser Gespräche stand das gentechnisch hergestellte TSH, ein Steuerhormon der Schilddrüse. Dessen Einsatz kann den Patienten die beschwerdenreiche Zeit einer Schilddrüsenunterfunktion vor einer nuklearmedizinischen Untersuchung mit Radiojod ersparen; früher war sie unabdingbare Voraussetzung einer optimalen Tumornachsorge.

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Foto: Forschungszentrum Jülich


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Lebhafte Diskussion beim 1. Patientensymposium im Großen Hörsaal des Forschungszentrums Jülich. Am Podium (v.l.n.r.): Dr. Marco Tosch, Dr. Reinhard Aurisch, Dr. Hubertus Hautzel, Dr. Peter Theissen, Manuela Kuniewicz und Barbara Schulte

Foto: Forschungszentrum Jülich


Informationen:

Peter Schäfer
Stellvertretender Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61-4661, Fax 02461 61-8106
E-Mail: p.schaefer@fz-juelich.de


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