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Studenten aus 23 Ländern nahmen an Jülicher Ferienschule teil

Forschungszentrum hatte erstmals europaweit zum jährlichen Physikkurs eingeladen

[8. April 2003]

Zwei Wochen lang war das Forschungszentrum Jülich Mittelpunkt von Nachwuchswissenschaftlern aus ganz Europa. Das Institut für Festkörperforschung (IFF) hatte - erstmals europaweit - zu seiner traditionellen Ferienschule eingeladen. Die Resonanz war überwältigend: 269 Studenten von 86 Universitäten aus 23 europäischen Ländern machten sich auf den Weg nach Jülich. Die IFF-Ferienschule wird seit 34 Jahren durchgeführt und ist eine einzigartige Einrichtung in Europa. Thema des diesjährigen Ferienkurses waren die neuesten Entwicklungen zur Nanoelektronik.

Unter dem Motto "Grundlagen der Nanoelektronik" führten internationale Wissenschaftler in die faszinierende Welt der Nanoelektronik ein. Auf dem Weg von der Mikroelektronik zur Nanoelektronik stößt die klassische Physik an Grenzen: Die Wissenschaftler betreten das Reich der Quantenphysik. In diesen Größenordnungen herrschen vollkommen neue Regeln. Der diesjährige Ferienkurs behandelte die physikalischen, chemischen und informationstechnischen Grundlagen, die den Weg zur Nanoelektronik bereiten. Die Jülicher Forscher aus den IFF-Instituten - Prof. Dr. Stefan Blügel, Dr. Martina Luysberg, Prof. Dr. Knut Urban, Prof. Dr. Rainer Waser und Dipl.Ing. Rainer Hölzle - hatten die Ferienschule in Kooperation mit anderen Forschungszentren, Universitäten und der Industrie organisiert.

Wie in den Jahren zuvor hatte die Ferienschule einen ausgeprägten interdisziplinären Charakter: So berichteten die mehr als 20 Vortragenden über eine große Spanne an Materialien - von Halbleitern über Metalle bis zu Kohlenstoff-Nanoröhren - mit den verschiedensten elektronischen und magnetischen Eigenschaften. Neben vielfältigen Methoden zur Analyse und Herstellung neuer Bauelemente für die Nanoelektronik stellten sie neue Konzepte wie Quantencomputing vor und schlugen dabei eine Brücke zwischen Festkörperphysik, Chemie und Quantenmechanik. Zu dem aufkommenden Forschungsgebiet der Nanoelektronik gibt es bisher kaum Lehrbücher: Das Begleitbuch zum Kurs, in dem alle Vorlesungsunterlagen zusammengestellt sind, wird dadurch umso wertvoller für alle Beteiligten.

Einer der Höhepunkte war der Gastvortrag von Prof. Dr. Richard W. Siegel aus den USA, einem Pionier der Nanophysik. Siegel war Vorsitzender der historischen Studie über "Nanostructure Science and Technology" des World Technology Evaluation Center. Diese Studie ist in die Geschichte des Forschungsgebietes eingegangen, weil sie zur Nanotechnologie-Initiative der amerikanischen Regierung führte.

Die Teilnahme an der IFF-Ferienschule steht bei Studenten hoch im Kurs, denn nirgendwo im europäischen Raum gibt es einen solchen "Crash-Course" zu einem aktuellen naturwissenschaftlichen Thema. Jedes Jahr stellen führende Wissenschaftler aus aller Welt Entwicklungen aus der Physik vor, die noch nicht in die Lehrbücher eingegangen sind. Das Forschungszentrum Jülich macht dies seit 34 Jahren mit beträchtlichen Mitteln möglich. Die IFF-Ferienschule steht damit für außergewöhnliches Engagement in der Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Ferienkurses mit den Veranstaltern vor der Kulisse des Seecasinos.

Foto: Forschungszentrum Jülich


Informationen:

Mechthild Hexamer
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin
Tel. 02461 61-4661, Fax 02461 61-4666
E-Mail: m.hexamer@fz-juelich.de

Dr. Renée Dillinger
Wissenschaftsjournalistin
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61-4771, Fax 02461 61-4666
E-Mail: r.dillinger@fz-juelich.de


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