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10 Jahre Grundwassermessfeld Krauthausen

Jubiläumsveranstaltung im Forschungszentrum Jülich

[12. September 2003]

Seit 1993 führen Forscher auf einem Feld in Niederzier-Krauthausen Experimente durch, bei denen sie die Grundwasserbewegung und den Transport gelöster Substanzen im Untergrund untersuchen. Am heutigen Freitag zogen sie im Forschungszentrum Jülich vor rund 100 Gästen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft eine Zwischenbilanz ihrer zehnjährigen Arbeiten.

Zur Veranstaltung eingeladen hatte das Institut Agrosphäre. Es betreibt das rund 10.000 Quadratmeter große Versuchsgelände. "Wir sind sehr dankbar, dass die Bürger der Gemeinde Niederzier das Grundwassermessfeld stets mitgetragen haben", sagte Prof. Dr. Harry Vereecken, Leiter des Instituts Agrosphäre. "Und wir können selbstbewusst behaupten: Der wissenschaftliche Ertrag ist exzellent." Dass nicht nur Jülicher Wissenschaftler, sondern auch internationale Forschergruppen das Feld nutzen, unterstreicht dessen Bedeutung.

Die Vorträge von Prof. Dr. Hans-Joachim Kümpel, Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben, Hannover, und Dr. Peter Dietrich, Universität Tübingen, sowie vier Jülicher Wissenschaftlern belegten, wie erfolgreich auf dem Krauthausener Gelände geforscht wurde und wird. Dr. Andreas Englert etwa erläuterte die Frage "Wie schnell fließt das Grundwasser?". Um sie präzise und ohne Einsatz radioaktiver Markierungsstoffe beantworten zu können, haben die Jülicher Forscher eine Sonde entwickelt, die inzwischen patentiert ist. Wie die Versuche im Krauthausener Messfeld helfen, uneinheitliche Grundwasserleiter zu charakterisieren, zeigte Dr. Jan Vanderborght auf. So überprüften die Wissenschaftler mit den Messergebnissen beispielsweise Computersimulationen, mit denen sich voraussagen lässt, wie sich eine Stoffwolke durch das Grundwasser bewegt. Dr. Andreas Kemna berichteteüber neue nicht-invasive Verfahren - Verfahren, mit denen der Boden gleichsam durchleuchtet wird, ohne ihn zu zerstören. Und Kerstin Müller präsentierte aktuelle Vergleiche zwischen konventionell erhaltenen Messresultaten und den Ergebnissen, die mit Hilfe der nicht-invasiven Verfahren gewonnen wurden. Gemeinsames Ziel aller Forschungsarbeiten ist es, das Grundwasser künftig noch besser schützen und ressourcenschonend nutzen zu können.

Nach den Vorträgen konnten die Besucher der Veranstaltung sich bei einer Besichtigung selbst ein Bild von dem Versuchsfeld machen: Äußerlich fällt es vor allem durch 74 Pegelrohre auf, die aus dem Boden ragen. Über sie können die Forscher Stoffe in den obersten Grundwasserleiter einleiten, dessen Wasserspiegel zwischen ein und drei Meter unter der Geländeoberkante liegt. Die meisten Pegel sind mit so genannten Multi-Level-Samplern ausgerüstet. Mit deren Hilfe bestimmen die Wissenschaftler nicht nur, wie viel von einem eingeleiteten Stoff am Pegel ankommt, sondern auch, wie sich seine Konzentration mit zunehmender Bodentiefe verändert. Die Bohrungen reichen dabei bis zu 15 Meter in den Boden.


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Prof. Dr. Harry Vereecken (2. v. re.) mit Mitarbeitern und Gästen auf dem Versuchsfeld in Niederzier-Krauthausen.

Foto: Forschungszentrum Jülich


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Foto: Forschungszentrum Jülich

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