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NRW-Landesregierung würdigt Wissenschaft "made in Jülich"

[3. Februar 2003]

Jülich / Essen - Das Forschungszentrum Jülich veranstaltete am 3. Februar seine Jahrestagung in der Zeche Zollverein in Essen. Gastrednerin war NRW-Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft. "Hoher wissenschaftlicher Anspruch, hervorragende Experimentiermöglichkeiten und die damit verbundenen wissenschaftlichen Erfolge machen die Faszination des Forschungszentrums Jülich aus", sagte Kraft. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Forschungszentrums, Ministerialdirektor Dr. Hermann Schunck vom Bundesforschungsministerium, würdigte die erfolgreiche Jahresbilanz. 2002 hatten Jülicher Forscher besonders viele Wissenschaftspreise erhalten. Auf der Tagung wurden die Preisträger geehrt und der Technologiepreis für den "Isotopen-Fingerabdruck" verliehen.

"Jülich ist eine wissenschaftliche Erfolgsstory", führte Wissenschaftsministerin Kraft in ihrer Ansprache aus. "Das gilt etwa für die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle. Jülich ist ein Schwerpunkt der Festkörperforschung wie der Umweltforschung und entwickelt sich zu einem Zentrum der Hirnforschung." Die Ministerin hob die herausragende Rolle hervor, die Jülich für den Forschungsstandort Nordrhein-Westfalen spiele: "Das Forschungszentrum hat außerordentlich viele Kooperationen mit Unternehmen in der Region und ist darüber hinaus ein essentieller Wirtschaftsfaktor. Das Land hat ein hochrangiges Interesse an der Weiterentwicklung des Forschungszentrums Jülich. Auch die Bundesrepublik sollte die Leistungen des Forschungszentrums Jülich für die deutsche Forschungslandschaft insgesamt im Blick behalten. Hierbei geht es nicht um eine Sonderbehandlung, sondern um gleiche Regeln im nationalenWettbewerb. Darüber bin ich mit den Verantwortlichen in Jülich einig."

Prof. Joachim Treusch, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums, bedankte sich bei der Ministerin für die Unterstützung der Landesregierung: "Sie sind der lebendige Beweis, dass das Land Nordrhein-Westfalen auch in schwierigen Zeiten zu 'seinem' Forschungszentrum steht."

In seinem Grußwort betonte der Vorsitzende der NRW-Landesrektorenkonferenz, Prof. Helmut Hoyer, die große Bedeutung des Forschungszentrums für die Hochschulen. Dorothee Dzwonnek, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums: "Das Forschungszentrum Jülich sieht seine Aufgabe künftig noch mehr als bisher als kompetenter Partner aller Hochschulen des Landes. Insoweit hat die Wahl des diesjährigen Tagungsortes im Herzen von Nordrhein-Westfalen durchaus symbolische Bedeutung."

Neu vergeben wurde der "Technologiepreis der Freunde und Förderer des Forschungszentrums" für herausragende und vermarktungsfähige Wissenschaft. Die Auszeichnung ging an Prof. Hilmar Förstel vom Forschungszentrum Jülich und Markus Boner von der Agroisolab GmbH, einer Ausgründung des Forschungszentrums in Kooperation mit der Agrosom GmbH in Echem. Beide Wissenschaftler verwenden die so genannte Isotopen-Analyse, mit der Qualität und Herkunft von Lebensmitteln kontrolliert werden können. Der Technologiepreis würdigt die Umsetzung dieser Methode und die praktische Anwendung des "Isotopen-Fingerabdrucks" – und damit den erfolgreichen Technologietransfer von der Forschung in die Praxis. Das Forschungszentrum Jülich und die Unternehmen Agrosom und Agroisolab hatten für die Isotopen-Analyse bereits 2002 den "Kooperationspreis Food Processing" des Landes Nordrhein-Westfalen erhalten.

Auf der Jahrestagung wurden die Jülicher Forscher und ihre Kooperationspartner geeehrt, die im vergangenen Jahr Auszeichnungen erhalten hatten. Besonders gewürdigt wurden die Preisträgerinnen des "Deutschen Zukunftspreises" des Bundespräsidenten, Prof. Maria-Regina Kula und Dr. Martina Pohl. Die beiden Biotechnologinnen machten eine wirtschaftlich besonders interessante Gruppe von Enzymen für den Einsatz in industriellen Produktionsprozessen nutzbar. Für den Erwin-Schrödinger-Preis der Helmholtz-Gemeinschaft wurden Dr. Jürgen Allgaier, Prof. Gerhard Gompper, Prof. Dieter Richter sowie die Kölner Wissenschaftler Dr. Thomas Sottmann und Prof. Reinhard Strey geehrt. Die Forscher wurden für ihre Arbeiten zur Effizienzsteigerung von Tensiden ausgezeichnet. Den Günther-Leibfried-Preis hatten die Jülicher Nachwuchswissenschaftler Dr. Torsten Markus, Dr. Kay Nünighoff und Dr. Stephan Laue erhalten. Mit dem Preis zeichnet das Forschungszentrum Doktoranden aus, die ihre Forschungsergebnisse für ein breites Publikum verständlich darstellen.

Zum Forschungszentrum Jülich:
Das Forschungszentrum Jülich ist eine der größten Forschungseinrichtungen in Europa mit einem Jahresetat von 286 Mio. Euro (2002) und 4.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Gesellschafter der "Forschungszentrum Jülich GmbH" sind die Bundesrepublik Deutschland (90 %) und das Land Nordrhein-Westfalen (10 %). Das 1956 gegründete Forschungszentrum ist eines der 15 Mitglieder der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands. In Jülich arbeiten Wissenschaftler der Disziplinen Physik, Chemie, Biologie, Medizin und Ingenieurwissenschaften in den Bereichen Materie, Energie, Information, Leben und Umwelt interdisziplinär zusammen. Langfristige, grundlagenorientierte Beiträge zu Naturwissenschaft und Technik werden ebenso erarbeitet wie konkrete technologische Anwendungen für die Industrie.


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Verleihung des Technologiepreises der Freunde und Förderer (v.l.n.r.): Prof. Dr. Joachim Treusch, Dr. Berke, der 2. Vorsitzende des Vereins, Markus Bohner und Prof. Hilmar Förstel.

Foto: Forschungszentrum Jülich


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Ministerin Kraft bei ihrer Rede.

Foto: Forschungszentrum Jülich


Informationen:

Mechthild Hexamer
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecherin
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61-4661, Fax 02461 61-4666
E-Mail: m.hexamer@fz-juelich.de


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