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Tiefflüge über der Jülicher Börde

Atmosphärenforscher starten luftchemische Messkampagne

[6. August 2004]

Ein Motorflugzeug zieht im August über der Jülicher Börde und angrenzenden Gebieten in einer Höhe von 50 Metern seine Bahnen. Grund dafür ist eine luftchemische Messkampagne der Atmosphärenforscher des Forschungszentrums Jülich. Die Wissenschaftler wollen untersuchen, wie Nutzpflanzen einer landwirtschaftlich intensiv genutzten Region - wie der Jülicher Börde - die regionale Kohlendioxid-Bilanz in der Atmosphäre beeinflussen. Dies ist von Bedeutung wegen des "Kyoto-Protokolls", des internationalen Abkommens der UNO zum Klimaschutz.

Wie beeinflussen beispielsweise Zuckerrübenfelder die Kohlendioxid- und Wasserdampfkonzentration in der Luft, und in welcher Umgebung der Felder macht sich dieser Einfluss noch bemerkbar? Diesen und ähnlichen Fragen gehen die Wissenschaftler der Institute Troposphäre, Phytosphäre und Agrosphäre nach. Dazu wird ab dem 8. August ein kleines Motorflugzeug eingesetzt, ausgestattet mit empfindlichen Messgeräten. Mit ihm werden der Kohlendioxid- und Wasserdampfgehalt der Luft, die Konzentration von Kohlenmonoxid und Stickoxiden sowie meteorologische Daten wie Windrichtung und Windgeschwindigkeit mit großer Präzision und hoher zeitlicher Auflösung gemessen. Damit erhalten die Wissenschaftler auch Informationen über die biologische Aktivität der Nutzpflanzen.

Bis zum 29. August werden an drei bis vier Werktagen die Flugzeugmessungen jeweils im Zeitraum von 10 bis 18 Uhr stattfinden. Die Flugroute verläuft zwischen dem Forschungszentrum im Norden, dem Tagebau Inden im Westen, dem Hambacher Tagebau im Osten sowie der Stadt Düren im Süden. In jeder Flugrichtung sind ausreichend Notlandeplätze vorhanden, um aus jeder Flughöhe mit entsprechender Geschwindigkeitsreserve sicher landen zu können. Das direkte Überfliegen von Häusern wird vermieden. Eine Genehmigung zur Unterschreitung der Mindestflughöhe liegt vor. Das Gelände des Forschungszentrums wird nicht überflogen.

Solche Messflüge hatte es schon in den letzten beiden Jahren gegeben. Das eingesetzte einmotorige Flugzeug ist eines der leisesten Motorflugzeuge. Besucher des Tags der offenen Tür am 27. Juni hatten schon Gelegenheit, das Flugzeug aus der Nähe zu betrachten. Der Kooperationspartner MetAir hat bereits eine langjährige Erfahrung mit meteorologischen Forschungsflügen.

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Foto: Forschungszentrum Jülich

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