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Mobilfunk und Gesundheit

Projekt zu Risikodialog über aktuellen Stand der Forschung abgeschlossen

[9. Mai 2005]

Jülich, 9. Mai 2005 – Die möglichen Risiken von Mobiltelefonen oder Sendeanlagen werden von Experten unterschiedlich eingeschätzt. Ein Forschungsvorhaben der Programmgruppe Mensch Umwelt Technik (MUT) des Forschungszentrums Jülich brachte 25 Spitzenforscher aus Deutschland und der Schweiz zu einem Risikodialog über die Bewertung neuerer Forschungsergebnisse zusammen. Das Projekt wurde jetzt abgeschlossen. Der in der Öffentlichkeit bestehende Verdacht auf gesundheitsschädliche Wirkungen des Mobilfunks wurde nicht erhärtet. In einigen Bereichen bleibt jedoch Forschungsbedarf.

Ein Dialogverfahren zur transparenten Risikobewertung im Bereich "Mobilfunk und Gesundheit" zu entwickeln, war Ziel des Forschungsvorhabens, das im September 2003 begann und im April 2005 abgeschlossen wurde. Gleichzeitig sollten die für den Mobilfunk wichtigen aktuellen Forschungsthemen bewertet werden. In Auftrag gab das Projekt die Firma T–Mobile.

Die Programmgruppe MUT gewann 25 Spitzenforscher aus Deutschland und der Schweiz dafür, den Stand der Forschung zur Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder zu begutachten. Je zwei Experten bearbeiteten eines der für den Mobilfunk wichtigen Forschungsgebiete: Krebs, erbgutschädigende Effekte, Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem, Befindlichkeitsstörungen und Blut-Hirn-Schranke. Die Gutachter wählten die wichtigsten Untersuchungen des Zeitraums 2000 bis 2004 aus und bewerteten sie. Für jedes Themenfeld wurde ein Workshop mit den Gutachtern und weiteren beratenden Fachleuten durchgeführt. Anschließend wurden die Ergebnisse auf einem gemeinsamen Workshop diskutiert.

In den Bereichen "Blut-Hirn-Schranke" und "Tierversuche Krebs" ist für die Gutachter die Sachlage eindeutig: Es finden sich keine Hinweise auf Effekte. Für epidemiologische Untersuchungen zu Krebs widersprechen sich die Einschätzungen zum Teil, weitere Untersuchungen bleiben abzuwarten. In wieder anderen Bereichen lassen sich im Labor zwar Effekte beobachten, doch ist fraglich, ob diese gesundheitlich bedeutsam sind. So stellen die Gutachter fest, dass die experimentell gefundenen Wirkungen des Mobilfunks auf das zentrale Nervensystem ohne erkennbare Nachteile für die Gesundheit sind. Gleiches gilt für die Hinweise auf Erbgut-Schäden. Da daraus keine Schädigung der Zellen resultierte, kann nach Meinung der Gutachter aus den Ergebnissen keine Gefährdung der Gesundheit abgeleitet werden.

Zusammenfassend stellt der Leiter der Jülicher Programmgruppe, Dr. Peter Wiedemann, fest: "Die Forschungslage zu Mobilfunk und Gesundheit zu bewerten, ist sehr komplex." Doch in dem gewählten Verfahren sieht er eine gute Chance für einen strukturierten Diskurs. Das Projekt soll zu einer vergleichbaren und auch für Laien verständlichen Risikobewertung führen. "Die im Risikodialog betrachteten Studien erhärten nicht den Verdacht, dass der Mobilfunk negative gesundheitliche Auswirkungen hat" sagt Wiedemann.

Die komplette Studie und weitere Informationen unter http://www.emf-risiko.de


Pressekontakt:

Annette Stettien
Wissenschaftsjournalistin
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich Tel. 02461 61-2388, Fax 02461 61-4666
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de

Dr. Angela Lindner
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61-4661, Fax 02461 61-4666
E-Mail:a.lindner@fz-juelich.de


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