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Drehleiter war gestern - In Zukunft Rettung mit modernster Technik

Forschungszentrum Jülich stellt neues Feuerwehrfahrzeug in Dienst

[13. Oktober 2005]

Jülich, 13. Oktober 2005 - Wenn die Werkfeuerwehr des Forschungszentrums Jülich zu einem Einsatz ausrückt, gehört zu der Kolonne der roten Spezialfahrzeuge auch eines, das Menschen aus höher gelegenen Räumen rettet oder Brandbekämpfung von oben ermöglicht. Viele Jahre lang war das ein Fahrzeug mit Drehleiter. Aber auch auf diesem Gebiet ist die Technik weiterentwickelt worden. Jetzt verfügt die Feuerwehr über ein neues "Hubrettungsfahrzeug mit Teleskopbühne", wie es in der Fachsprache heißt. Den Wagenschlüssel übergab Dorothee Dzwonnek, die Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, am Donnerstag an den Leiter der Werkfeuerwehr.

"Mit diesem Fahrzeug hat sich das Forschungszentrum noch einmal ein 'Großgerät' geleistet", meinte Dorothee Dzwonnek schmunzelnd und mit Anspielung auf eine der zentralen Missionen des Forschungszentrums. "Besonders stolz sind wir darauf, dass dieses Fahrzeug bislang einmalig in Deutschland ist." Ausgestattet mit ihrem eigenen roten Feuerwehrhelm - seit ihren Dortmunder Zeiten ist sie Ehrenmitglied einer Feuerwehr - und begleitet von Betriebsdirektor Dr. Detlev Eck, Feuerwehrchef Ägidius Köhnen und Jülichs Bürgermeister-Stellvertreter Martin Schulz unternahm sie anschließend eine Probefahrt in der Teleskopbühne.

High Tech zum Retten und Löschen
Schon auf den ersten Blick ist auch für Laien erkennbar: Das Fahrzeug ist Hightech zum Retten und Löschen! Die wahren Qualitäten werden aber erst im Einsatz erkennbar. Wenn der 279 PS starke Motor das Fahrzeug mit einer Spitzengeschwindigkeit von 80 km/h zum Einsatzort und in Position gebracht hat, werden an jeder Seite vorn und hinten Stützarme ausgefahren und auf den Boden aufgesetzt. Computergestützt wird das Fahrzeug dabei auch auf schrägem Gelände exakt waagerecht ausgerichtet und der Bodendruck überwacht. Bedien- und Anzeigeelemente für die Feuerwehrleute befinden sich zu beiden Seiten auf kleinen Farbmonitoren.

Was zunächst wie ein übliches Drehleitersystem aussieht, verfügt neben der Leiter über ein hydraulisches Teleskopsystem, das am oberen Ende die Hubrettungsbühne für die Feuerwehrleute trägt. Retter können damit eine Höhe von 32 Meter erreichen. Seitlich ist ein Ausfahren - je nach Last - bis maximal 20 Meter möglich. Der Korb selbst ist noch einmal um 45 Grad nach links und rechts schwenkbar. Ultraschall-Abstandssensoren verhindern ein Aufprallen auf Hindernisse. Von dem Korb aus können im Ernstfall Menschen aus großer Höhe oder Tiefe gerettet werden. Für Verletzte stehen fest montierbare Krankentragen zur Verfügung. Im Einsatz kann ein Löschkopf bis zu 2400 Liter Wasser pro Minute von oben auf Brandherde lenken. Eine Schnellangriffseinrichtung ermöglicht den Feuerwehrmännern einen Löschangriff von der Bühne aus ins brennende Gebäude. Die Männerselbst werden durch einen zusätzlichen Wasserfilm vor hohen Temperaturen geschützt.

"Der Einsatz dieser modernen Technik ist einerseits spannend", erklärt Ägidius Köhnen, der Leiter der Werkfeuerwehr. "Trotzdem wäre es uns lieber, wenn wir sie nicht einsetzen müssten. Unsere Hauptaufgabe ist daher neben der Brandbekämpfung die Brandverhütung." Aufgrund der Vorbeugemaßnahmen konnten Brände bereits in der Entstehung bekämpft werden; die Schäden blieben dadurch gering. "In erster Linie ist die Feuerwehr für Einsätze innerhalb des Forschungszentrums zuständig", ergänzt Dr. Detlev Eck, Betriebsdirektor des Forschungszentrums. "Die Feuerwehrleute können aber auch zu Einsätzen im Rahmen der überörtlichen Hilfe nach Jülich und zu umliegenden Ortschaften gerufen werden." Wenn dies in Zukunft der Fall sein sollte, wird das neue Fahrzeug mit seiner Hubrettungsbühne dabei sein. Deshalb versicherte bei der Schlüsselübergabe Martin Schulz,dass Jülichs Bürgerinnen und Bürger jetzt viel ruhiger schlafen könnten.


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HighTech zum Retten und Löschen: das neue Feuerwehrfahrzeug der Werkfeuerwehr des Forschungszentrums Jülich.


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Bei der Probefahrt in der Rettungsbühne (v.l.n.r.): Martin Schulz, Dorothee Dzwonnek, Ägidius Köhnen und Dr. Detlev Eck.

Fotos: Forschungszentrum Jülich


Pressekontakt:

Peter Schäfer
Stellvertretender Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61-8028, Fax 02461 61-8106
E-Mail: p.schaefer@fz-juelich.de


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