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Koreanischer Vizeminister besuchte das Forschungszentrum Jülich

[27. April 2005]

Jülich, 27. April 2005 - Der stellvertretende koreanische Minister für Wissenschaft und Technologie, Dr. Seok-Sik Choi, besuchte am Dienstag das Forschungszentrum Jülich. Wie er im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Joachim Treusch deutlich machte, besteht der intensive Wunsch des Ministeriums und der Republik Korea nach einer engeren Zusammenarbeit mit der deutschen Wissenschaft und hier ganz besonders mit dem Forschungs­zentrum Jülich.

Das spezielle Interesse Dr. Chois galt vor allem der Fusionsforschung am Institut für Plasmaphysik und den Jülicher Beiträgen zu den weltweiten Anstrengungen, ein Fusionskraftwerk zu bauen. Südkorea erzeuge zur Zeit 40 Prozent seiner elektrischen Energie mit Kernspaltungskraftwerken und müsse insgesamt mehr als 95 Prozent der Rohstoffe einführen, so Dr. Choi, der damit ein vitales Interesse seines Landes begründet, die Kernfusion zu verwirklichen. Sie stelle eine von Importen unabhängige und sichere Energieversorgung dar. Die Republik Korea betreibt dazu das Fusionsexperiment KSTAR und beteiligt sich zusammen mit der Europäischen Union, den USA, Russland, China und Japan an der Vorbereitung des internationalen Projekts ITER. Dr. Choi sprach in diesem Zusammenhang dem europäischen Fusionsforschungsprogramm und seinen Erfolgen seine Anerkennung aus.

ITER - lateinisch "der Weg" - wird der nächste Schritt hin zu einem Kernfusionskraftwerk sein. 500 Millionen Watt soll er nach einer Bauzeit von etwa zehn Jahren liefern, damit Wissenschaftler und Ingenieure erstmals das Verhalten eines 100 Millionen Grad heißen Fusionsplasmas im Kraftwerksmaßstab studieren können. Eine wichtige Frage ist dabei die Belastung der Wand der Brennkammer durch das Plasma. Auf diesem Gebiet hat das Forschungszentrum Jülich weltweit anerkanntes Know-how und ist maßgeblich an den Vorbereitungen zum Bau von ITER beteiligt. Für die Europäische Kommission ist es beschlossene Sache, dass ITER in Europa stehen wird, und zwar in Cadarache im Süden Frankreichs. Verhandlungen gibt es auf Regierungsebene noch bis Ende Juni darüber, welche Länder sich in der Provence nordöstlich von Marseille beteiligen wollen. Die EU-Kommission und der Ministerrat gehen davon aus, dass auf demG8-Gipfel Anfang Juli in Schottland nicht nur der Baubeginn von ITER fest steht, sondern auch, wer mitmacht: Das Forschungszentrum Jülich ist ganz bestimmt dabei.


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Der stellvertretende koreanische Minister für Wissenschaft und Technologie, Dr. Seok-Sik Choi (3. v. re.) wurde am Experiment TEXTOR von den beiden Direktoren des Instituts für Plasmaphysik in die Jülicher Aktivitäten zur Kernfusionsforschung eingeführt (2. v. re. Prof. Dr. Ulrich Samm, Mi. Prof. Dr. Robert Wolf).

Foto: Forschungszentrum Jülich


Pressekontakt:

Annette Stettien
Wissenschaftsjournalistin
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61-2388, Fax 02461 61-4666
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de

Dr. Angela Lindner
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61-4661, Fax 02461 61-4666
E-Mail:a.lindner@fz-juelich.de


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