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Bärbel Höhn besuchte das Forschungszentrum Jülich

Umweltforschung im Mittelpunkt des Programms

[2. Februar 2005]

Jülich, 2. Februar 2005 - Bärbel Höhn, die nordrhein-westfälische Ministerin für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, besuchte das Forschungszentrum Jülich. Begleitet von drei Landtagsabgeordneten ihrer Fraktion, interessierte sie sich vor allem für die Umweltforschung im Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre. Prof. Dr. Joachim Treusch, der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums, begrüßte die Ministerin und gab einen Überblick über das Aufgabenspektrum des Zentrums.

Die Forschungsschwerpunkte der Agrosphäre beschrieb Prof. Dr. Harry Vereecken. Die Wissenschaftler untersuchen, wie sich unterschiedliche Stoffe im Boden verhalten. Dazu gehören z.B. Dünge- und Pflanzenschutzmittel, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Nur ein Teil davon wirkt im Stoffwechsel der Pflanze; ein anderer Teil dringt in den Boden ein und versickert. Ihr Schicksal im Boden wird zum Schutz des Grundwassers erforscht. Dazu holen sich die Wissenschaftler unterschiedliche Ackerböden in Spezialbehältern, so genannten Lysimetern, ins Labor. Unter praxisnahen Bedingungen wird auf diesen Ackerböden Landwirtschaft betrieben. Die Wanderung der Pflanzenschutzmittel im Boden kann mit speziellen Messtechniken untersucht werden. Die Ergebnisse sind unter anderem wichtig für die Zulassung solcher Substanzen. Bei ihrem Besuch besichtigte die Ministerin auch eine Messstation im Wald (s. Foto).

Über die Aufgaben und Ziele der Phytosphäre sprach Prof. Dr. Ulrich Schurr. In seiner Präsentation beschrieb er u.a. die Bildsequenzanalyse, mit der die Wissenschaftler Pflanzen und Wurzeln beim Wachsen zusehen können. Eine Kamera macht dazu Tag und Nacht Bilder im Infrarot-Licht, beispielsweise von einem wachsenden Blatt. Mit einem maßgeschneiderten Computerprogrammen werten die Wissenschaftler die Bilder aus. So erhalten sie Informationen über Wachstum, zum Wassertransport oder zur Zellteilungsaktivität. Zugleich können die Umweltforscher sichtbar machen, dass Pflanzen keineswegs regungslos an ihrem Standort verharren. Fortwährend bewegen sie ihre Blätter und Stängel in verschiedene Richtungen. Blätter und Wurzeln werden beim Wachsen unterschiedlich "gesteuert": Blätter besitzen eine "innere Uhr" und wachsen vor allem nachts. Wurzeln wachsen dagegen rund um die Uhr. Diese Erkenntnissegewannen die Forscher durch Messungen mit der Magnetresonanz-Tomographie (MRT). Sie nahmen dabei eine Anleihe aus der Jülicher Hirnforschung, die mit MRT die Funktionen des menschlichen Gehirns untersucht. Für ihre Arbeit steht den Phytosphärenforschern auch ein hochmodernes Glashaus zur Verfügung.

Die Ministerin zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der Jülicher Umweltforschung. Sie regte eine intensivere Zusammenarbeit zwischen der Forschung und der Politik an.

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(v.l.n.r.) NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn, Sybille Haußmann (MdL), Prof. Harry Vereecken und Prof. Joachim Treusch

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(v.l.n.r.) NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn, Prof. Joachim Treusch, Prof. Harry Vereecken und Prof. Ulrich Schurr in der Pflanzenversuchsanlage PhyTec.

Fotos: Forschungszentrum Jülich


Pressekontakt:

Annette Stettien
Wissenschaftsjournalistin
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61-2388, Fax 02461 61-4666
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de

Peter Schäfer
Stellvertretender Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61-8028, Fax 02461 61-8106
E-Mail: p.schaefer@fz-juelich.de


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