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Seife, Lacke, Babywindeln - Forschung im Grenzgebiet

"Physik trifft Biologie" – Neue Ausgabe des Magazins "Forschen in Jülich" beleuchtet den neuen faszinierenden Forschungszweig der Biophysik

[20. Juni 2006]

20. Juni 2006 - Seife, Lacke, Babywindeln - diese scheinbar ganz unter-schiedlichen Gegenstände aus dem Alltag haben etwas gemeinsam: durch äußere Kräfte lassen sie sich leicht verformen, sie gehören zur "Weichen Materie". Das neueste Heft aus der Reihe "Forschen in Jülich" beschreibt Forschung auf diesem wissenschaftlichen Grenzgebiet, denn hier treffen Biologie und Physik aufeinander und ein neuer Wissenszweig entsteht: die Biophysik.

Wer Neues entdecken will, muss bekanntes Terrain verlassen. Dies gilt auch in der Wissenschaft und ist die Spezialität der Forschung in Jülich. Hier arbeiten Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen Hand in Hand zusammen. Sie beschäftigen sich mit den verschiedenen Formen der "Weichen Materie" – Polymere, Kolloide und Amphiphile –, aber auch mit biologischen Membranen bis hin zu hochkomplexen Zellen, wie denen des Sehvorgangs.

So haben die Jülicher Forscher langkettige Polymere mit wasser- und fettliebenden Eigenschaften entwickelt, die für umweltfreundlichere und effizientere Reinigungsmittel sorgen. Polymere zur Kunststoffherstellung werden unter die Lupe genommen und deren Fließverhalten in der Schmelze untersucht. Mit einem besonderen Mikroskop, das winzige Kräfte mißt, können die Wissenschaftler erklären, warum Eiweiße ausflocken oder Dispersionsfarbe an der Decke kleben bleibt. Fast wie ein klassisches Polymer verhält sich auch ein Eiweißmolekül, dessen Struktur sich die Jülicher Forscher genauer angesehen haben, und das seine Aufgabe im Organismus im gestreckten Zustand erfüllt – entgegen der bisherigen Auffassung, wonach Proteine nur in einer korrekt gefalteten dreidimensionalen Form funktionieren sollen. Die Forscher beleuchten die Biophysik des Sehvorgangs von verschiedenen Seiten und untersuchen diedafür notwendigen Moleküle, Ionenkanäle und Signalwege. Einige Jülicher Wissenschaftler arbeiten bereits daran, biologische und elektronische Systeme miteinander zu verknüpfen. Sie entwickeln beispielsweise Biosensoren und schnelle Erbgut-Chips.

Ab dem Herbst 2006 erhalten 25 hochbegabte Doktoranden aus aller Welt Einblicke in dieses neue faszinierende Forschungsgebiet an der Schnittstelle der Disziplinen. Dann startet die "International Research School of Biophysics and Soft Matter" im Forschungszentrum Jülich.

Forschen in Jülich "Physik trifft Biologie" kann unter folgender Adresse kostenlos bestellt werden:

Annemarie Winkens
Forschungszentrum Jülich
Öffentlichkeitsarbeit
52425 Jülich
E-mail: a.winkens@fz-juelich.de
Telefax: 02461-61 8282


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Download (PDF; 24MB)


Die elektronische Version des aktuellen und der vorherigen Hefte "Forschen in Jülich" finden Sie hier: Broschüren


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