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Vier Jahrzehnte Nuklearchemie im Forschungszentrum Jülich

Wandel in Forschungslandschaft: Enge Verknüpfung mit der Medizin

[16. Mai 2006]

Jülich, Mai 2006 - Auf vier Jahrzehnte Nuklearchemie im Forschungszentrums Jülich blickte kürzlich das gleichnamige Institut zurück. Gut 200 Gäste aus dem Forschungszentrum, Kooperationspartner und Mediziner der benachbarten Universitätskliniken sowie ehemalige und jetzige Mitarbeiter und Doktoranden waren der Einladung zur Jubiläumsfeier in den Großen Hörsaal gefolgt.

Prof. Dr. Heinz H. Coenen, der Direktor des Instituts für Nuklearchemie (INC), begrüßte die Gäste. In seiner Ansprache erinnerte er an die "Keimzelle" des heutigen Instituts, die mit dem Jahr 1966 nur ungenau beschrieben werden könne. "Die Namen der Mitarbeiter Hecker, Merz, Stöcklin und Schwochau, später alle Professoren im Forschungszentrum, sind hier zu nennen, und es ist eine große Freude, mit Prof. Merz und Prof. Schwochau zwei von ihnen bei uns zu haben". Coenen würdigte vor allem die Leistungen von Professor Dr. Gerhard Stöcklin, des Gründungsdirektors des Instituts.

Als ein Juwel, das der Öffentlichkeit vorgezeigt werden könne, würdigte der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums, Prof. Treusch, das Institut. Prof. Dr. Rudolf Maier, Vorsitzender des Wissenschaftlich-Technischen Rates, lobte die gelebte Interdisziplinärität des INC. Etwa 70 % aller Radiochemiker, die an neu etablierten PET-Zentren in Deutschland tätig sind, seien in Jülich und Köln ausgebildet worden. Die Glückwünsche der Universität zu Köln überbrachte der Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln, Prof. Dr. Ulrich Radtke. Er nannte das Institut eine "Kaderschmiede" der Radiopharmazeuten in der Bundesrepublik Deutschland.

Prof. Dr. Syed M. Qaim, bisher stellvertretender Leiter des Instituts, berichtete über den Themenwandel der Jülicher Nuklearchemie. Die ersten wissenschaftlichen Aktivitäten der 1965 etablierten Arbeitsgruppe für Nuklearchemie hatten sich grundlegenden kernchemischen Studien gewidmet; dafür waren die beiden Jülicher Forschungsreaktoren MERLIN und DIDO genutzt worden. Im Jahre 1970 avancierte die Arbeitsgruppe zu einem selbständigen Institut. Heute umfassen die Kernaufgaben des INC die Lehre in Verbindung mit der Universität zu Köln und Grundlagenforschung auf den Gebieten der nuklearen Daten sowie die Entwicklung von Radiotracern für die Hirnforschung und nuklearmedizinische Diagnostik mittels Emissionstomographie.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde Prof. Qaim verabschiedet. In der Laudatio würdigte Prof. Coenen die Verdienste Qaims, der zahlreiche Preise und Ehrungen im In- und Ausland erhielt und maßgeblich an der Nachwuchsförderung beteiligt war. Ferner hat er die Bundesrepublik Deutschland über mehr als 20 Jahre bei der OECD in Paris und der IAEO in Wien vertreten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Nuklearchemie haben in den letzten vier Jahrzehnten ca. 1200 Forschungsartikel in internationalen Zeitschriften und fünf Bücher bzw. Monographien veröffentlicht; zudem wurden etwa 20 Patente angemeldet. Die "Jülicher Synthese" von Fluor-18-Glukose ist in der ganzen Welt vermarktet worden; es werden jährlich weltweit mehrere Hunderttausend Patienten mit Hilfe dieses Radiopharmakons mittels PET untersucht.


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(v.l.n.r.) Prof. Coenen, Prof. Treusch und Prof. Qaim


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Prof. Dr. Coenen bei der Begrüßung der Gäste im Großen Hörsaal

Fotos: Forschungszentrum Jülich

Weitere Informationen:

Peter Schäfer
Stellvertretender Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Tel. 02461 61-8028, Fax 02461 61-4666
E-Mail: p.schaefer@fz-juelich.de

Dr. Angela Lindner
Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, Pressesprecherin
Tel. 02461 61-4661, Fax 02461 61-4666
E-Mail: a.lindner@fz-juelich.de


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