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Startschuss für eine neue Form der universitären Eliteausbildung

[22. Januar 2007]

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Jülich/Aachen, 22. Januar 2007 - Das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen gründen gemeinsam die German Research School for Simulation Sciences. In Berlin wurde aus diesem Anlass heute das entsprechende Memorandum of Understanding unterzeichnet. Die School wird Master- und PhD-Studiengänge für besonders begabte Nachwuchswissen­schaft­ler anbieten. Der Studienbetrieb wird zum Herbstsemester 2007 beginnen. Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, NRW-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart und Helmholtz-Präsident Prof. Jürgen Mlynek kamen zur Unterzeichnung, um ihre Unterstützung zu zeigen.

Thomas Rachel sagte anlässlich der Unterzeichnung: "Das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen nehmen mit dieser Gründung eine Vorreiterrolle in der Forscherausbildung in Deutschland ein. Sie sind zugleich Modell für die Zusammen­arbeit zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungsorganisationen, die wir künftig verstärkt brauchen." Prof. Dr. Andreas Pinkwart sagte, aus Jülich und Aachen gingen seit Jahrzehnten wichtige Impulse aus: "Die Research School ist ein weiterer Meilenstein für den Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen und ein klares Bekenntnis zur Exzellenz. Wir wollen für die besten Köpfe so attraktiv wie möglich sein."

Im Mai 2006 hatten erste Gespräche zwischen dem Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen stattgefunden, wie eine Eliteausbildung für Nachwuchswissen­schaftler aussehen könnte. Bereits im September war das Konzept so weit gediehen, dass Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan, NRW-Minister­präsident Dr. Jürgen Rüttgers und Helmholtz-Präsident Prof. Jürgen Mlynek ihre Unterstützung und Finanzierungsbeteiligung zusagten.

"Für die Helmholtz-Gemeinschaft ist die Förderung wissenschaftlicher Talente zum Beispiel durch gemeinsame Nachwuchsgruppen mit Universitäten oder Graduierten­schulen sehr wichtig. Dank des Paktes für Forschung und Innovation können wir solche herausragenden Vorhaben noch stärker unterstützen", sagte Mlynek.

"Die ungeheure Dynamik, die diese Initiative entwickelt hat, zeigt, dass wir mit unseren Überlegungen für eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen exzellenter außeruniversitärer Forschung und Spitzenuniversitäten richtig liegen", sagte Prof. Dr. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, heute in Berlin. Der Rektor der RWTH Aachen, Prof. Dr. Burkhard Rauhut, betonte: "Mit der German Research School wird die Zusammenarbeit zwischen RWTH Aachen und Forschungszentrum Jülich um einen weiteren wichtigen Baustein erweitert. Unter maßgeblicher Beteiligung von Bund, Land und Helmholtz-Gemeinschaft erfolgt hier eine weitere Kräftebündelung und Stärkung der Wissenschafts- und Technologieregion Aachen."

Auch in der Wirtschaft trifft das Vorhaben auf großes Interesse. So hat der international sehr erfolgreiche Patentanwalt Dipl.-Ing. Bernhard Frohwitter aus München heute zugesagt, die Initiative durch Einrichtung einer Stiftungsprofessur zu unterstützen.

Die Initiative besteht aus zwei Ebenen: Besonderheiten des Forschungsfeldes Simulation Sciences und Modellcharakter des Ausbildungsgangs für andere Fächer.

Simulation Sciences - also die rechnerische Simulation von Vorgängen mit Supercomputern - spielen eine Schlüsselrolle für die Forschung in allen Naturwissen­schaften und werden in Zukunft noch wesentlich größere Bedeutung erlangen, weil sie als dritte Säule zwischen Theorie und Experiment eine neue Qualität in das wissenschaftliche Arbeiten bringen. Bislang fehlt es aber an einschlägigen Ausbildungsgängen für Experten, die die Methoden sowohl in der Wissenschaft als auch in Unternehmen anwenden können.

Wissenschaftliche Kompetenz und das entsprechende Umfeld in Jülich und Aachen ergänzen sich hier auf bundesweit einmalige Art und Weise. Die RWTH ist seit Jahren in Forschung und Lehre führend in den Computer-Ingenieur­wissenschaften. Am Forschungszentrum Jülich ist das Scientific Computing neben der Physik die zweite tragende Schlüssel­kompetenz. Jülich ist zudem seit Jahren das größte Höchstleistungs­rechenzentrum in Deutschland und verfügt über einen der schnellsten Super­computer weltweit für die freie Forschung. Beide Institutionen arbeiten seit Jahren in Forschung und Lehre eng zusammen.

Modellcharakter hat die Initiative durch ihre Struktur. Als GmbH privatrechtlich aufgestellt zwischen einer außeruniversitären Einrichtung und einer Universität, ist sie weitgehend eigenständig in den Verfahren wie Zulassung, Studienverlauf und Ausbildungs- und Prüfungsordnung. Prinzipien sind weiterhin, dass

  • sie ausdrücklich getragen wird von zwei Institutionen, die auf dem Fachgebiet national und international einen herausragenden Ruf genießen,
  • sie einen vollkommen neuartigen Studiengang anbietet,
  • sie über eine eigene Ausbildungs- und Prüfungsordnung verfügt sowie eigene akademische Grade über die RWTH vergibt,
  • die Ausbildungssprache englisch ist, um eine internationale Ausrichtung zu sichern,
  • Unternehmen Gesellschafter werden können und damit für einen Transfer in die Anwendung gesorgt ist.

Damit wäre die German Research School auch Modell für andere Fachgebiete.


Ansprechpartnerin:

Dr. Angela Lindner
Leitung Unternehmenskommunikation und Pressesprecherin
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich Tel.: 02461 / 61-4661
mobil: 0160 97204213
E-Mail: a.lindner@fz-juelich.de


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