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Kleine Teilchen - große Ziele

Am Forschungszentrum Jülich erforschen Schüler, wie die Welt von morgen aussehen könnte - am Beispiel von Nanotechnologie

[9. Oktober 2007]

Jülich, 9. Oktober 2007 - Nanotechnologie: ein zukunftsorientiertes Forschungsgebiet mit vielen Facetten. Für elf Oberstufenschülerinnen und -schüler aus NRW stand dieses Thema im Rahmen des Ferien-Workshops "Nano - Welt der Zukunft" ganz im Mittelpunkt. Das Schülerlabor des Forschungszentrums Jülich "JuLab" ermöglichte den Jugendlichen, Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte zu gewinnen und eigene Experimente durchzuführen.

"Nano", was ist das überhaupt? - So lautete die erste Frage, der sich die sechs Schülerinnen und Schüler dem Workshop des Forschungszentrums Jülich stellten. "Ein Nanometer ist eine Millionen Mal kleiner als die kleinsten Ameisen", veranschaulichte der Nanoelektronik-Forscher Prof. Christoph Buchal die abstrakte Größe. Dieses "Nanoversum" nahmen die Schülerinnen und Schüler dann selbst unter die Lupe, immer unterstützt vom Schülerlabor JuLab und Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich. Außerdem erfuhren sie, welche Anwendungen es für Nanotechnologie bereits gibt und zukünftig geben wird.

Eine Möglichkeit, die kaum vorstellbar kleinen Dimensionen sichtbar zu machen, bieten verschiedene Mikroskope. Rastersondenmikroskope tasten die Oberfläche von Proben auf wenige Nanometer genau ab - wie ein Blinder mit dem Blindenstock. Die nahezu unglaublich starke Vergrößerung dieser Mikroskope faszinierte die Jungforscher. Einzelne Atome können sichtbar gemacht und mit geeigneten Hilfsmitteln sogar verschoben oder ausgetauscht werden. Eine solche Messspitze zum Abtasten und Modifizieren der Proben stellten die Schüler durch Ätzvorgänge an Wolframdrähten in Natronlauge selbst her.

Auch der praktische Bezug zum Thema "Nano" stand im Mittelpunkt. "Die Jugendlichen werden bei uns eine Woche lang selbst zu Nanoforschern", erklärt Dipl.-Ing. Karl Sobotta, Leiter des JuLab. "Sie erfahren, wie Instrumente und Experimente Nanostrukturen sichtbar machen und folgen den Fußspuren der Forscher von der Grundlagenforschung bis hin zu Anwendungen."

So konnten die Workshop-Teilnehmer Schritte bei der Herstellung einer Brennstoffzelle verfolgen und dabei auch selbst mitwirken. Dazu hat sie der Jülicher Werkstoffwissenschaftler Dr. Wilhelm Albert Meulenberg mit den Grundlagen einer Hochtemperaturbrennstoffzelle vertraut gemacht. Die jungen Nanoforscher stellten danach selbst eine dünne Elektrolytschicht her, die ein zentraler Bestandteil einer solchen Zelle ist.

Allgemeines Erstaunen lösten Experimente zu Formgedächtnislegierungen aus. Verbogene Drähte aus Nickeltitan "erinnern" sich im heißen Wasserbad an ihre ursprüngliche Form. So wurde aus einem geraden Draht in kochendem Wasser wieder eine Büroklammer. Dafür verantwortlich sind Phänomene auf atomarer Ebene, erfuhren die jungen Forscher.

Ein Besuch beim Science to Business Center der Firma Degussa in Marl rundete die Woche ab. Dort erlebten die Jugendlichen "Nano-Fabriken" im Einsatz: Genetisch veränderte Bakterien stellen maßgeschneiderte Proteine her und können so herkömmliche Produktionswege ersetzen.

Links:

JuLab - Das Schülerlabor des Forschungszentrums Jülich


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Beim Nano-Workshop des Jülicher Schülerlabors konnten Jungforscher in Experimenten die Vielfalt der Nanoforschung kennen lernen.


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Oberstufenschülerinnen und -schüler aus NRW nutzten die Herbstferien, um in die Geheimnisse der Nano-Welt vorzudringen. Fotos: Forschungszentrum Jülich


Pressekontakt:

Angela Wenzik
Wissenschaftsjournalistin
Forschungszentrum Jülich, Institut für Festkörperforschung
52425 Jülich, Germany
Tel. 02461 61-6048
E-Mail: a.wenzik@fz-juelich.de


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