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JuLab untersucht: Was leisten außerschulische Lernorte?

Schülerlabor des Forschungszentrums Jülich startet Langzeitstudie

[6. Februar 2007]

Jülich, 6. Februar 2007 - Können Lernorte außerhalb der Schulmauern die Wissenschaftsbegeisterung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig beeinflussen? Dieser Frage geht das Schülerlabor "JuLab" des Forschungszentrums Jülich mit einer Studie nach. Über fünf Jahre werden Schülerinnen und Schüler von vier Kooperationsschulen regelmäßig das Jülicher Schülerlabor JuLab besuchen und an Projekten teilnehmen. Jährlich werden die Fortschritte der Gruppe mit denen ihrer Mitschüler verglichen.

"Schülerlabore und außerschulische Lernorte sind zwar viel gelobt, aber noch nicht im Detail pädagogisch analysiert worden" erklärt Karl Sobotta, Leiter des Jülicher Schülerlabors JuLab. "Nun stellt sich ein Schülerlabor erstmals einer solch langfristigen und fundierten Studie."

Schülerlabore wollen durch intensive Experimentiertage einen nachhaltigen Effekt auf das gesamte Lernverhalten von Schülern erzielen. Sobotta erklärt das an einem Beispiel: "Wenn ein Schüler im Experiment die Informationsverarbeitung von Nervenzellen untersucht, dann betrachtet er einen biologischen Vorgang, bei dem Signale chemisch erzeugt und physikalisch weitergeleitet werden", erklärt Sobotta. "Wird der Versuch dann ordentlich ausgewertet und protokolliert, fließen im Idealfall auch Mathematik und Deutsch zu einem gemeinsamen Erkenntnisgewinn zusammen." Der Schüler soll lernen, dass der trockene Schulstoff sehr praktische und interessante Anwendungen haben kann. Dadurch könnte umgekehrt das Lernen in der Schule wieder angeregt werden.

Auch andere Fragen sollen in diesem fünf Jahren beantwortet werden: Ergreifen Besucher von Schülerlaboren später überdurchschnittlich oft einen technisch-naturwissenschaftlichen Beruf? Werden Hauptschülern neue Perspektiven eröffnet? Sollten konkrete Projekte an außerschulischen Lernorten sogar in das Pflichtprogramm der Schulen aufgenommen werden? "Dazu ist es nötig, mehr zu sein als ein nettes Ausflugsziel", erklärt Sobotta. "Wir in Jülich sehen uns als pädagogisches Sprungbrett." Neuste didaktische Erkenntnisse werden im JuLab an aktuellen Forschungsthemen umgesetzt, um Schüler für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern.

Im ersten Jahrgang der Jülicher Studie wurden nun 40 Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse ins Programm aufgenommen. Sie kommen vom Kreisgymnasium Heinsberg, von der Hauptschule Aldenhoven, der Gesamtschule Merzenich und der Realschule Wernersstraße in Düren. Die Schüler werden für drei einzelne Tage und ein mehrtägiges Projekt von der Schule freigestellt, um das Schülerlabor des Forschungszentrums Jülich zu besuchen. Jedes Jahr bis zur Klasse 10 werden diese Schüler nun ein anderes Thema als Projekt aufarbeiten. "In diesem Jahr beschäftigen wir uns mit dem Thema Information", erklärt Sobotta. "Welche Wege der Informationsverarbeitung gibt es? Wie funktioniert das elektronisch, biologisch, mathematisch?"

In den kommenden fünf Jahrgängen sollen ebenfalls 40 Schüler ausgesucht werden, so dass über die gesamte Zeit der Studie 200 Schüler teilnehmen werden, die dann etwa 10 Prozent ihres Jahrgangs auf den Schulen entsprechen. "So ein großes Projekt funktioniert nur in sehr enger Zusammenarbeit mit Schule, Lehrern und Eltern", erklärt Sobotta. Regelmäßige Treffen werden die Studie begleiten, und nach den Sommerferien werden die Ergebnisse des Vorjahres analysiert. Das Team rechnet nach etwa vier Jahren mit wesentlichen Ergebnissen. Pädagogisch-wissenschaftlich wird die Studie durch Prof. Bernd Ralle von der Universität Dortmund betreut, der schon seit Jahren das Schülerlabor intensiv begleitet.

Das Schülerlabor JuLab des Forschungszentrums Jülich wurde 2005 gegründet. Es bietet eine sinnvolle und praxisorientierte Ergänzung zum Unterricht in der Schule. Schulklassen aller Schulformen ab Klasse 5 können das JuLab besuchen. Während eines ganzen Tages sollen die Schülerinnen und Schüler durch eigenes Experimentieren zu aktuellen Forschungsthemen die Spielregeln der Natur erforschen und Neugierde an naturwissenschaftlichen Fragen und Denkweisen entwickeln. Besonders interessierten Jugendlichen werden auch Projektwochen in den Ferien angeboten.

Webseiten des Schülerlabors: http://www.julab.de

Projektwochen am Schülerlabor: http://www.julab.de/sondertermine

Pressemitteilung zur Einweihung 2005:
Jülicher Schülerlabor von Ministerin Sommer eingeweiht

Informationen zum Europäischen Bedarf an Forschern 2010:


Pressekontakt:

Kosta Schinarakis
Wissenschaftsjournalist
Forschungszentrum Jülich
52425 JülichTel. 02461 61-4771, Fax 02461 61-4666
E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de


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