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Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen für Prof. Peter Grünberg

Ministerpräsident Rüttgers ehrt Jülicher Nobelpreisträger bei einer Feierstunde in Düsseldorf

[20. August 2008]

Jülich, 20. August 2008 - Der Jülicher Nobelpreisträger Prof. Peter Grünberg ist am 20. August mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt worden. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers überreichte die Ehrung für außerordentliche Verdienste um das Land Nordrhein-Westfalen und seine Bevölkerung im Rahmen einer Feierstunde im Düsseldorfer Ständehaus an den Physiker und weitere 14 Persönlichkeiten.

Der Physiker Peter Grünberg, der seit 1972 im nordrhein-westfälischen Jülich lebt und arbeitet, erhielt den Verdienstorden für seine herausragenden Verdienste als Forscher sowie für seinen Einsatz als Botschafter für die Grundlagenforschung.

"Wir ehren heute Persönlichkeiten aus der Mitte unserer Gesellschaft, die sich selbst nicht genug sind, die bereit sind, Verantwortung für Andere zu übernehmen, die über den Rand des Tellers hinausschauen und die einen Beitrag dazu leisten, dass es in unserem Land fair und menschlich zugeht", so Ministerpräsident Rüttgers in seiner Festrede.

Grünbergs Entdeckung des neuen physikalischen Phänomens des Riesenmagnetowiderstandes war wesentliche Basis für die rasante weltweite Entwicklung der Kommunikations- und Informationstechnologie und für zukünftige Innovationen auf dem Gebiet dieser Schlüsseltechnologien. Er erhielt 2007 den Nobelpreis für Physik zusammen mit dem Franzosen Albert Fert. Die beiden Festkörperphysiker wurden damit für ihre Arbeiten rund um den Riesenmagnetowiderstand geehrt, die in den 90er-Jahren den Durchbruch zu Gigabyte-Festplatten ermöglichten. Ihre Forschung legte den Grundstein für den Forschungsbereich Spintronik, der den quantenmechanischen Spin der Elektronen für die Mikro- und Nanoelektronik nutzbar macht. Dank dieser Grundlagenforschung gelang es, leistungsfähige Lese-Schreib-Köpfe für Festplatten zu entwickeln.

Grünbergs Riesenmagnetowiderstands- oder GMR-Effekt (englisch: Giant Magnetoresistance) findet man heute in fast jeder Festplatte. Der GMR-Effekt dient dem präzisen Auslesen von Daten. Diese sind auf engstem Raum in winzigen Bereichen unterschiedlicher Magnetisierung gespeichert. Ein Sensor, der den GMR-Effekt nutzt, registriert diese kleinen Unterschiede als große messbare Änderung und arbeitet daher hochempfindlich. Das erkannte auch die Industrie: Bereits 1997 kam der erste GMR-Lesekopf für Computerfestplatten auf den Markt. Der GMR-Effekt bescherte dem Forschungszentrum Jülich als Patentinhaber Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. Längst hat der GMR-Effekt in verbesserten Leseköpfen für Festplatten, Videobänder sowie in MP3-Playern weltweite Verbreitung gefunden. Peter Grünberg erhielt dafür 1998 den Zukunftspreis des Bundespräsidenten und 2006 den Erfinderpreis der EuropäischenKommission.

Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ist im März 1986 gestiftet worden. Er wird an Bürgerinnen und Bürger aus allen Gruppen der Bevölkerung verliehen, deren außerordentliche Verdienste für die Allgemeinheit in allen Lebensbereichen erworben wurden. Die Zahl der Landesorden ist auf 2500 begrenzt.


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Prof. Peter Grünberg und Ministerpräsident Jürgen Rüttgers.

Foto: Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen / Fotograf: Ralph Sondermann. Zum Abdruck frei.

Links:


Ansprechpartner

Angela Wenzik
Wissenschaftsjournalistin
Forschungszentrum Jülich, Institut für Festkörperforschung
52425 Jülich,
Tel. 02461 61-6048
E-Mail: a.wenzik@fz-juelich.de


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