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Festkolloquium zum 100. Geburtstag von Leo Brandt: Ingenieur - Wissenschaftsförderer - Visionär

[25. November 2008]

Jülich, 25. November 2008 - Das Forschungszentrum Jülich veranstaltet am 28. November ein Festkolloquium zum 100. Geburtstag von Leo Brandt. Der engagierte Wissenschafts-stratege hat die nordrhein-westfälische Forschungspolitik ab 1950 entscheidend geprägt. Von zahlreichen Wissenschaftlern wurde er als der "Vulkan an Ideen" bezeichnet. Das heutige Forschungszentrum Jülich, ein Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, wäre ohne Leo Brandt nicht zu denken.

In dem Kolloquium beleuchten Vertreter der Brandt-Gründungen und ausgewiesene Experten der Wissenschaftsszene das vielfältige Schaffen von Leo Brandt. 1908 in Bernburg / Anhalt geboren, studierte er in Aachen und Berlin Elektrotechnik mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik. Als Student war Leo Brandt Vorsitzender des "Republikanischen Studentenbundes". Dieser Studentenbund zählte zu den wenigen studentischen Vereinigungen, die für den Bestand der Weimarer Republik eintraten. Brandt begann seine Laufbahn als Ingenieur 1932 bei Telefunken und stieg dort zum Entwicklungschef auf. Im Kriege war er einer der Pioniere der Radar-Entwicklung. Nach 1945 zunächst Direktor der Düsseldorfer Rheinbahn-Verkehrsbetriebe, wurde der Sozialdemokrat und "gelernte" Gewerkschafter Leo Brandt an der Seite des Gewerkschafters und CDU-Ministerpräsidenten Karl Arnold Ministerialdirektor im Verkehrsministerium.

Hauptlinien der Wissenschaftsförderungspolitik Leo Brandts waren Rationalisierung der Produktion, um die wirtschaftliche Not der Nachkriegszeit zu überwinden, Verkehrswesen, wobei er sich etwa für Geschwindigkeitsbegrenzung im Straßenverkehr und Elektrifizierung der Bundesbahn einsetzte, naturwissenschaftliche Forschung und Technik, um Rückstände aufzuholen und dem Land zu einem Spitzenplatz in Wissenschaft und Forschung zu verhelfen. Zu diesem Zweck gründeten Arnold und Brandt 1950 mit der "Arbeitsgemeinschaft für Forschung" ein Begegnungsforum für Wissenschaft und Politik. Von hier sind Impulse ausgegangen, die zu den zahlreichen Gründungen Leo Brandts führten.

Brandt bezeichnete diese Arbeitsgemeinschaft, aus der die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften hervorging, als forschungspolitisch wichtigsten Teil seines Lebenswerkes. Hier nahm die bekannteste und bedeutungsvollste Gründung ihren Ausgang, die Gesellschaft für Kernphysikalische Forschung, später Kernforschungsanlage, heute Forschungszentrum Jülich. Das Projekt Jülich stand zunächst im Zeichen der Kernphysik und ihrer vielfältigen Anwendungen. Den Mittelpunkt sollten die Reaktoren "DIDO" und "MERLIN" bilden. Doch mit der Mathematik und dem weiten Feld der Lebenswissenschaften waren bereits im Ursprungsprogramm noch heute charakteristische Forschungsbereiche enthalten. Brandt sah es als sein Verdienst an, den Begriff "Lebenswissenschaften" in Deutschland eingeführt zu haben.

Im Rahmen des Kolloquiums wird auch eine Ausstellung zu Leben und Wirken von Leo Brandt in der Artothek der Zentralbibliothek eröffnet. Die Ausstellung kann während der regulären Öffnungszeiten der Bibliothek (Montag bis Freitag 8:00 bis 18:00 Uhr) besucht werden. Auf Wunsch werden Führungen durch Professor Bernd-A. Rusinek, Wissenschaftshistoriker in der Zentralbibliothek, angeboten.


Kontakt:

Forschungszentrum Jülich
Zentralbibliothek
Edith Salz
Tel. 02461 61-2907
E-Mail: e.salz@fz-juelich.de


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