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Jülich spielt herausragende Rolle in der nationalen Demenzforschung

Staatssekretär Thomas Rachel im Forschungszentrum

[29. April 2008]

Jülich, 29. April 2008 - Staatssekretär Thomas Rachel besuchte heute die Hirnforscher in Jülich, nachdem diese gemeinsam mit ihren Bonner und Kölner Partnern das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) nach Nordrhein-Westfalen geholt hatten.

"Mit der Fokussierung seiner Gesundheitsforschung auf den Bereich der Hirnforschung hat Jülich sich so positioniert, dass es gemeinsam mit seinen starken Partnern in der Region ein einmaliges Kompetenznetzwerk in Deutschland aufbauen wird." Mit diesen Worten lobte heute der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesforschungsministerin, Thomas Rachel, bei seinem Besuch im Forschungszentrum Jülich die Jülicher Gesundheitsforschung.

Anlass von Rachels Besuch war der Erfolg Jülichs und seiner Partner in Bonn und Köln im bundesweiten Wettbewerb um die Errichtung eines Nationalen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen. Der Wettbewerb, der 2007 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiiert worden war, wird mit jährlich rund 60 Mio. Euro Fördermitteln ausgestattet, um Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer zu erforschen. Am 11. März 2008 war die Wahl auf den Antrag der Partner aus Nordrhein-Westfalen gefallen, so dass nun das "Helmholtz-Zentrum Bonn - Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen" mit seinem Kernzentrum auf dem Campus der Universitätsklinik Bonn errichtet wird. Das DZNE wird wie Jülich Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft sein und sich mit den anderen Forschungsorganisationen in Deutschland, der Max-Planck Gesellschaft, den Universitäten und Universitätskliniken, vernetzen.

"Wir freuen uns, dass unsere seit Jahren herausragenden Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Hirnforschung damit eine besondere Anerkennung gefunden haben", sagte Prof. Dr. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich. Allein 2007 verwendete das Forschungszentrum insgesamt rund 45 Mio. Euro für die Gesundheitsforschung. In den kommenden Jahren sollen rund 80 Prozent der Mittel im Bereich Gesundheitsforschung in die Demenzforschung fließen.

Das DZNE wird sich der gesamten "Versorgungskette" von Demenzerkrankungen widmen: der patientenbezogenen Forschung, Studien zu Diagnostik und Versorgung, der medizinischen Versorgung, der Forschung zur Pflege sowie der Aus- und Fortbildung.

In Jülich stehen verschiedene bildgebende Verfahren zum Blick ins Gehirn zur Verfügung: MEG (Magnet-Enzephalograph), PET (Positronenemissions-Tomograph), MRT (Magnetresonanz-Tomograph) in unterschiedlichen Stärken und MRT/PET-Hybridsysteme. Ende Mai wird begonnen, auf dem Jülicher Campus ein weltweit einmaliges 9,4-Tesla-MR-PET-System zu installieren, mit dem die Forscher zukünftig krankes Gewebe und Störungen im Stoffwechsel des Gehirns millimetergenau abbilden können. Das Gerät, dessen Magnet Ende Mai angeliefert wird, entwickeln die Jülicher Wissenschaftler gemeinsam mit dem Unternehmen Siemens. Das BMBF unterstützt die Finanzierung des Projekts mit 10 Millionen Euro.

Prof. Dr. Karl Zilles, Forschungsdirektor für die Jülicher Gesundheitsforschung, stellte Rachel den spezifischen Beitrag Jülichs zum DZNE vor: "Das Besondere an der Neuroforschung in Jülich ist die fachliche Kombination von Physik und Medizin. Viele unserer Wissenschaftler sind in beiden Fächern qualifiziert und können so einzigartige Entwicklungen erarbeiten wie den Jülicher Hirnschrittmacher oder das neue MR-PET-System."

Die Jülicher Neurowissenschaftler haben vielfältige Expertisen, um Struktur und Funktion des gesunden und erkrankten Gehirns zu erforschen, und um zu untersuchen, wie sich dieses lebenswichtige Organ im Laufe des Lebens verändert. Neben der Darstellung der Struktur des Gehirns durch Neuroimaging mittels MRT und PET entwickeln die Jülicher Nuklearchemiker auch maßgeschneiderte Radiotracer, um molekulare Prozesse und somit Funktionen des Gehirns sichtbar zu machen. Mithilfe eines Atlasses des menschlichen Gehirns wollen Jülicher Forscher untersuchen, wie "normale" Hirnalterung aussieht, um diese Veränderungen von degenerativen Erkrankungen wie Alzheimer unterscheiden zu können. Für Patienten mit Parkinson oder Epilepsie eröffnen sich in naher Zukunft neue Therapiemöglichkeiten dank eines bedarfsgesteuerten "mitdenkenden" Hirnschrittmachers aus Jülich.


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Besuch auf der Baustelle für das 9,4-Tesla-MRT-PET-Gerät (v.l.n.r.) Prof. Jon N. Shah, Prof. Achim Bachem und Thomas Rachel


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Prof. Jon N. Shah erklärt die Technik und Ergebnisse bildgebener Verfahren. Links Prof. Achim Bachem, Mitte Staatssekretär Thomas Rachel


Pressekontakt

Dr. Angela Lindner
Tel. 02461 61-4661
E-Mail: a.a.lindner@fz-juelich.de


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