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Medizin nach Maß?

Jülicher Forscher untersuchen Chancen und Risiken der personalisierten Medizin

[13. März 2008]

Jülich, 13. März 2008 - Warum erkrankt ein Mensch an Demenz, ein anderer aber nicht? Warum nützen dem Einen Therapien, während sie bei anderen Patienten versagen? Krankheitsausbruch, -verläufe und die Reaktion auf Therapien sind individuell von der Person abhängig. Mit der personalisierten Medizin, ihren Chancen und Risiken beschäftigen sich jugendliche Teilnehmer und Experten in Szenario-Workshops, angeleitet von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich, einem Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. Auf einer Tagung werden sie ihre Zukunftsvisionen und Handlungsempfehlungen vorstellen.

Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Demenzkranken von einer Millionen auf 1,7 Millionen steigen. Die Biomedizin bereitet mit der sogenannten "personalisierten Medizin" den Weg zu maßgeschneiderten, individuellen medizinischen Versorgungsformen und einer vorausschauenden Krankheitsdiagnostik. Vorbeugende und therapeutische Maßnahmen können wirksamer eingesetzt werden. Doch will jeder seine Krankheitsrisiken kennen? Können die Sozialversicherungssysteme fordern, dass die Bürger mit diesem Wissen mehr Eigenverantwortung für ihre Gesundheit übernehmen - und drohen Sanktionen, wenn sie es nicht tun? Müssen Personen, die möglicherweise von einer Demenz betroffen sein werden, schon Jahre vorher höhere Krankenkassenbeiträge zahlen?

Chancen und Risiken dieser Medizin im Gesundheitssystem der Zukunft diskutieren Jülicher Risikoforscher der Programmgruppe Mensch, Umwelt, Technik (MUT) auf einem ersten Workshop am 14. und 15. März im Max Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin. Teilnehmer sind 22 Jugendliche des Europäischen Jugendparlaments sowie Juristen, Ethiker, Mediziner und Gesundheitsökonomen. Es werden Zukunftsszenarien entwickelt und untersucht, welche Faktoren, beispielsweise aus der Politik oder Wissenschaft, dieses Gesundheitssystem der Zukunft beeinflussen. Daraus wiederum ergeben sich Handlungsempfehlungen für Politik, Wissenschaft sowie Kranken- und Rentenversicherungen, die auf einer Zukunftstagung einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Wissenschaftler der Programmgruppe MUT des Forschungszentrums Jülich untersuchen auf vielen Themengebieten den gesellschaftlichen Umgang mit den Chancen und Risiken wissenschaftlicher und technischer Entwicklungen. In diesem, vom BMBf geförderten Projekt werden sie in Kooperation mit dem MDC und dem Frauenhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen in den modernen Lebenswissenschaften nachgehen.

Weitere Informationen


Kontakt für das Projekt:

Cornelia Karger
INB-MUT (Mensch, Umwelt, Technik)
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61-2794
E-Mail: c.karger@fz-juelich.de


Pressekontakt:

Dr. Barbara Schunk
Annette Stettien
Unternehmenskommunikation
Forschungszentrum Jülich
52425 Jülich
Tel. 02461 61 - 8031/ -2388
E-Mail: b.schunk@fz-juelich.de
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de


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