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E-World: Forschungszentrum Jülich treibt Brennstoffzellenantrieb zur Marktreife

Deutsche Entwickler weltweit führend bei Direktmethanol-Systemen im Kilowatt-Bereich

[15. Februar 2008]

Jülich, 15. Februar 2008 - In Laptops, Autos oder Minikraftwerken im Eigenheim können Brennstoffzellen die Energieversorgung revolutionieren. Im Leistungsbereich um die zwei Kilowatt setzt jetzt ein Hubwagen Maßstäbe, den ein Entwicklungskonsortium unter der Federführung des Forschungszentrums Jülich nun zur Produktreife führt. Der eigens dafür konzipierte Antrieb mit Direktmethanol-Brennstoffzellen (DMFC) eignet sich ideal für diesen Nischenmarkt. Auf der E-World-Messe in Essen wird er nun vorgestellt.

"Unsere Prototypen laufen im dynamischen Betrieb unter realen Arbeitsbedingungen bereits 500 Stunden", sagt Projektleiter Jürgen Mergel vom Forschungszentrum Jülich. In dem Hubwagen der Firma Jungheinreich erzeugt die DMFC den notwendigen Strom direkt aus flüssigem Methanol. Die zwei Kilowatt Leistung reichen aus, um die bisher verwendeten Batterien im Hubwagen zu ersetzen. Stundenlange Standzeiten zum Laden der Batterien entfallen, da der Methanoltank binnen weniger Minuten wieder aufgefüllt werden kann. Außerdem produzieren die Brennstoffzellen keine Schadstoffe und können daher ideal in geschlossenen Lagerhallen genutzt werden, in denen Hubwagen zum Transport von Paletten und Stückgut dienen.

Konkurrenz aus Japan und Korea, wo ebenfalls an solchen Direktmethanolsystemen geforscht wird, fürchten die Jülicher Entwickler nicht. "Wir sind weltweit führend in diesem Kilowattbereich", sagt Prof. Detlef Stolten, Direktor am Jülicher Institut für Energieforschung. Und durch die frühzeitige Einbindung von Industriepartnern konnte vermieden werden, dass diese deutsche Spitzenforschung auf dem Weg zum innovativen Produkt steckenbleibt. Neben Jungheinrich aus Hamburg sind die Firmen Ritter Elektronik aus Remscheid, AKG aus Kassel und ebmpapst aus Landshut maßgeblich an der Entwicklung des Brennstoffzellen-Hubwagens beteiligt.

Mit diesem Konsortium wird nun die letzte Hürde bis zum Sommer 2009 in Angriff genommen. Gefördert mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) soll die wartungsfreie Betriebszeit des DMFC-Systems auf 3000 Stunden gesteigert werden. Danach hält es Jürgen Mergel für möglich, zusätzlich zum Hubwagen auch elektrisch angetriebene Golfwagen und Motorroller ("Scooter") mit den Jülicher Brennstoffzellen auszustatten.

Der Erfolg dieses Entwicklungskonsortiums kann Maßstäbe für ein weiteres System aus der Jülicher Ideenschmiede setzen. Nach viel versprechenden Ergebnissen mit Apparaten zur Reformierung, Gasreinigung und Entschwefelung können die leicht verfügbaren Flüssigtreibstoffe Diesel und Kerosin den Wasserstoff für Brennstoffzellen liefern. Diese haben ein großes Potenzial für einen weiteren Nischenmarkt: die Stromversorgung an Bord von Fahrzeugen, Yachten und Flugzeugen.

Die Jülicher Stände auf der E-World (19.-21.2.2008) in Essen finden Sie im CCE Ost und in Halle 3 ( 3-166)

Links zum Thema:


Ansprechpartner:

Jürgen Mergel
Tel. 02461 61-5996
E-Mail: j.mergel@fz-juelich.de


Pressekontakt:

Kosta Schinarakis
Tel. 02461 61-4771
E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de


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