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Wissen, was man kann und tun darf

Dieter Sturma leitet den Bereich Ethik in den Neurowissenschaften

[4. Februar 2009]

Jülich, 4. Februar 2009 – Im Forschungszentrum Jülich arbeiten Wissenschaftler intensiv an Geräten, die Einblicke in das menschliche Gehirn mit bisher nie gekannter Schärfe erlauben oder das Gehirn stimulieren. Mit den neuen Möglichkeiten taucht auch die Frage nach der ethischen Bewertung der neurowissenschaftlichen Forschung auf. Seit Januar 2009 geht Prof. Dieter Sturma im Forschungszentrum dieser Frage nach – eine Premiere.

Der Philosoph ist seit Jahresbeginn Direktor des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin 8: Ethik in den Neurowissenschaften. Sturma arbeitet nach Stationen in Hannover, Lüneburg, den USA und Essen seit 2007 als Professor für Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der Ethik in den Biowissenschaften an der Universität Bonn. Zugleich ist er Direktor des Instituts für Wissenschaft und Ethik (IWE) sowie des Deutschen Referenzzentrums für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) an der Universität Bonn, einer Arbeitsstelle der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften in Düsseldorf.

Das Forschungszentrum Jülich gehörte – wie das DLR – 1993 zu den Gründern des Bonner Instituts für Wissenschaft und Ethik. Die Schwerpunkte der Institutsarbeit bestimmen auch Sturmas neue Tätigkeit in Jülich: die biomedizinische Ethik und die ethischen Fragen von Naturwissenschaft und Technik. "Wir wollen die ethischen Aspekte der immer schnelleren Entwicklung von Medizin, Naturwissenschaft und Technik beleuchten. Dadurch fördern wir einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Chancen und Risiken, die sich in der Forschung auftun", sagt Sturma. Besondere Sympathie hegt der 55-Jährige für die Physik: "Es ist atemberaubend, wie viel komplizierter unser Weltbild in den vergangenen Jahren geworden ist." In Jülich wird sich Sturma aber auf das Gebiet der Neurowissenschaften und Biophysik beschränken.

Die immer schnellere Entwicklung der Neurowissenschaften ist auch aus dem Blickwinkel der Ethik zu betrachten – sowohl von den Wissenschaftlern selbst also auch von der Gesellschaft. "Wie müssen wir diagnostisch und therapeutisch mit den zunehmenden demenziellen Erkrankungen umgehen? Und wie gehen wir etwa mit sogenannten Zufallsbefunden bei Reihenuntersuchungen um?", nennt Sturma nur zwei bioethische Fragen. Jetzt ist er in Jülich, um im größten deutschen Forschungszentrum erstmalig die Naturwissenschaft philosophisch zu begleiten.

Kontakt:

Institut für Ethik in den Neurowissenschaften (INM-8),
Tel. 02461/61- 5890


Pressekontakt:

Erhard Lachmann, Pressereferent
Tel.: 02461-61-1841
E-Mail: e.lachmann@fz-juelich.de


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