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Laborbau für stärkstes Mikroskop der Welt beginnt

Das Ernst Ruska-Centrum in Jülich ermöglicht Materialforschern ab 2010 einzigartige atomare Einblicke.

Gemeinsame Pressemitteilung der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich.

[4. November 2009]

Jülich, Aachen, 4. November 2009. Mit dem ersten Spatenstich begannen heute die Bauarbeiten für einen Erweiterungsbau des Ernst Ruska-Centrums (ER-C) auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich. Das von der RWTH Aachen und dem Forschungszentrum Jülich gemeinsam gegründete Zentrum für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen wird ab 2010 unter dem Dach der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) ein weltweit einzigartiges Elektronenmikroskop mit einer Rekord-Auflösung von 50 Milliardstel Millimetern betreiben. Damit halten Jülich und Aachen ihren Platz an der Weltspitze der ultrahochauflösenden Mikroskopie.

Mit dem neuen Mikroskop namens PICO werden Materialwissenschaftler und Grundlagenforscher aus Wissenschaft und Industrie atomare Strukturen untersuchen können, die bisher der Forschung nicht zugänglich waren. Davon werden beispielsweise die Energieforschung oder die Informationstechnologie profitieren. Der Bund, das Land Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördern den Neubau und die Geräteausstattung mit insgesamt etwa 15 Millionen Euro. Thomas Rachel (MdB), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, nannte das ER-C und das Vorhaben PICO ein "Musterbeispiel dafür, wie durch die Zusammenarbeit von Hochschule und außeruniversitärer Forschung Meilensteine für den Innovationsstandort Deutschland erreicht werden können. Forscherinnen und Forscher werden hier in Jülich mit einem der stärksten Mikroskope der Welt völlig neue Einblicke in die Struktur der Materiegewinnen können. Als Bundesforschungsministerium werden wir auch künftig solch herausragende Grundlagenforschung fördern – denn nur so werden wir in Deutschland unsere Innovationskraft sichern.".

PICO (Advanced Picometre Resolution Project) wird eine Auflösung von 50 Pikometern (1 Pikometer = 10-12Meter) besitzen. Damit lassen sich nicht nur Einzelatome beobachten; mittels modernster Computerverfahren können auch Atomabstände und Atomverschiebungen mit einer bisher nicht gekannten Genauigkeit von etwa einem Pikometer vermessen werden, also weniger als einem Hundertstel eines Atomdurchmessers. Gleichzeitig lassen sich durch spektroskopische Analyse die Natur der untersuchten Atome und ihre chemischen Bindungsverhältnisse aufklären. Die Basis von PICO ist die aberrationskorrigierte Elektronenoptik, welche in den neunziger Jahren unter maßgeblicher Beteiligung von Wissenschaftlern des ER-C entwickelt wurde.

Mit dem ER-C betreiben das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen seit 2004 ein Kompetenzzentrum für atomar auflösende Elektronenmikroskopie und -spektroskopie auf international höchstem Niveau. Das ER-C entwickelt wissenschaftlich-technische Infrastruktur und Methoden für die Materialforschung von heute und morgen und ist zugleich das erste nationale Nutzerzentrum für höchstauflösende Elektronenmikroskopie. Es ist Partner der elektronenoptischen Industrie, die Produkte des ER-C in Lizenz vertreibt, und es ist eine international wissenschaftlich führende Einrichtung auf dem Gebiet der Forschung im Sub-Nanometerbereich. Das ER-C gewährleistet Forschern aus Wissenschaft und Industrie den Zugang zu den leistungsfähigsten Elektronenmikroskopen unserer Zeit und ist Garant für kompetente Betreuung.

Die Jülich Aachen Research Alliance, kurz JARA, ist ein deutschlandweit einzigartiges Kooperationsmodell der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich. Sie überwindet das Nebeneinander von universitärer und außeruniversitärer Forschung und Lehre, um komplexen Fragestellungen mit vereinter Forschungskompetenz und -kapazität zu begegnen. Die RWTH Aachen und das Forschungszentrum Jülich verknüpfen in JARA gezielt Forschungsfelder, auf denen sich ihre jeweiligen spezifischen Stärken wirkungsvoll ergänzen und schaffen unter dem Motto "Kompetenzen bündeln, gemeinsam Forschen, Zukunft gestalten" ein wissenschaftliches Umfeld der Spitzenklasse.

Links:

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Das Auflösungsvermögen von PICO wird 50 Pikometer betragen. Dadurch wird es möglich, eng beieinander liegende Atompositionen erstmals einzeln aufzulösen (oben, Projektion). Bisher beträgt die Auflösung der besten Elektronenmikroskope der Welt maximal 80 Pikometer (unten, hochauflösende elektronenmikroskopische Abbildung von Aluminiumnitrid). Abbildung: Forschungszentrum Jülich


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v.l.n.r.: Prof. Knut Urban (Direktor des ER-C), Prof. Achim Bachem (Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich), Staatsekretär Thomas Rachel (BMBF), Prof. Ernst Schmachtenberg (Rektor der RWTH Aachen) und Prof. Joachim Mayer (Direktor des ER-C) beim Spatenstich für den Erweiterungsbau des Ernst Ruska-Centrums. Foto: Forschungszentrum Jülich


Pressekontakt:

Angela Wenzik
Institut für Festkörperforschung (IFF)
Tel.: +49 2461 61-6048
Fax: +49 2461 61-2410
E-Mail: a.wenzik@fz-juelich.de

Christian Schipke
Jülich Aachen Research Alliance (JARA)
Tel.: +49 2461 61-3835
Fax: +49 2461 61-4666
E-Mail: c.schipke@fz-juelich.de


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