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Schließprinzip von biologischen Poren untersucht

Jülich, 31. März 2011 - Sie kontrollieren die Kontraktion von Muskeln, die Erregungsausbildung in Herz- und Nervenzellen oder die Freisetzung von Hormonen: die Ionenkanäle. Diese komplexen Eiweißmoleküle bilden kleine Poren in der Zellmembran und steuern durch sie den Fluss elektrisch geladener Teilchen, der Ionen. Jülicher Forscher haben nun mit Kollegen aus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und dem Forschungszentrum caesar in Bonn neue Erkenntnisse gewonnen, wie ein molekularer Schlüssel einen Ionenkanal öffnen und schließen kann. Das Wissen um diese Mechanismen ist die Grundlage, um verschiedene Krankheiten zu verstehen und zu therapieren. Ihre Ergebnisse präsentieren die Forscher in der aktuellen Ausgabe des renommierten Fachmagazins "Proceedings of the National Academy of Sciences" (doi:10.1073/pnas.1015890108).

Im Fokus der Wissenschaftler stand ein vereinfachtes Modellsystem eines bakteriellen Ionenkanals, der den Kanälen in Zellen des Herzmuskels sehr ähnlich ist. Aufgebaut ist dieser - wie alle Ionenkanäle - aus komplexen Eiweißmolekülen, die durch kleine Moleküle, sogenannte sekundäre Botenstoffe, geöffnet oder geschlossen werden können.

Animation IonenkanalQuelle: Forschungszentrum Jülich

Wenn der sekundäre Botenstoff cAMP an einer bestimmten Stelle des Ionenkanals bindet, verändert sich dort die Struktur des Eiweißmoleküls, was die Öffnung des Kanals zur Folge hat. Die Wissenschaftler konnten mittels kernmagnetischer Resonanzspektroskopie (NMR) Atom für Atom die dreidimensionale Struktur der hochkomplexen Eiweißmoleküle bestimmen und deren Änderung bei der Bindung eines sekundären Botenstoffs charakterisieren.

Viele genetisch bedingte Krankheiten lassen sich auf defekte Ionenkanäle zurückführen, etwa Mukoviszidose, Herzrhythmusstörungen oder bestimmte Augenerkrankungen. Die detaillierten molekularen Abläufe zu verstehen ist eine Grundlage für das Verständnis der Erkrankungen und die gezielte Entwicklung medizinischer Wirkstoffe.

Die Arbeiten entstanden im Rahmen eines Promotionsstipendiums der NRW-Forschungsschule BioStruct. BioStruct wird gefördert durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und die Gründerstiftung zur Förderung von Forschung und wissenschaftlichem Nachwuchs an der Universität Düsseldorf.

Ansprechpartner

Prof. Dieter Willbold; Dr. Sven Schünke
Tel. 02461/61-2100/-5874
dieter.willbold@uni-duesseldorf.de, s.schuenke@fz-juelich.de

Pressekontakt

Dr. Barbara Schunk; Erhard Zeiss
Tel.: 02461/61-8031/-1841
b.schunk@fz-juelich.de; e.zeiss@fz-juelich.de


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