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Verbleib der AVR-Brennelementkugeln

Jülich, 4. April 2011 - Nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH (AVR) wurden in ihrem von 1967 bis 1988 betriebenen Hochtemperaturreaktor insgesamt 290.705 Brennelementkugeln eingesetzt. Seit 1972 gibt die AVR GmbH Brennelementkugeln an das Forschungszentrum ab. Der Gesamtbestand an spaltbarem Material, den das Forschungszentrum von der AVR GmbH angenommen hat, ist vollständig im Zwischenlager des Forschungszentrums gelagert. Er ist lückenlos dokumentiert und wird monatlich an Euratom und das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (Aufsichtsbehörde) gemeldet. Viermal im Jahr (zu Zeiten des AVR-Betriebs sechs- bis achtmal im Jahr) kontrolliert Euratom vor Ort in Jülich.

Dieser Gesamtbestand setzt sich wie folgt zusammen:

  • Im Zwischenlager des Forschungszentrums Jülich lagern derzeit in 152 Castorbehältern 288.161 intakte abgebrannte Brennelementkugeln (plus 124 Absorberkugeln, die keinen Kernbrennstoff enthalten) aus dem benachbarten Hochtemperaturreaktor der AVR GmbH.

Die weiteren 2544 Brennelementkugeln teilen sich wie folgt auf:

  • Nach Auskunft der AVR GmbH ist im Reaktorbehälter des stillgelegten Reaktors eine geringe Menge Kugelbruch verblieben.
  • Außerdem befindet sich noch eine geringe Menge defekter, aber ganzer, bestrahlter Brennelemente aus dem Betrieb des AVRs in den heißen Zellen des Forschungszentrums.
  • Zudem wurden in der Zeit des Betriebs des Hochtemperaturreaktors der AVR GmbH zahlreiche abgebrannte Brennelementkugeln zu unterschiedlichen Forschungszwecken untersucht. Diese Brennelementkugeln, die den weitaus größten Anteil der 2544 Brennelementkugeln ausmachen, wurden während oder nach den Untersuchungen zerstört und anschließend in 200 Liter-Fässer einbetoniert. In diesem Zustand liegen sie nicht mehr als Brennelemente, sondern als mittelaktiver Abfall vor, der im Forschungszentrum Jülich zwischengelagert wird. Dokumentiert wird dann nicht mehr die Anzahl der Kugeln, sondern die Kernbrennstoffmenge.
  • Dies gilt auch für Kugelbruch, den die AVR GmbH an das Forschungszentrum aus dem Hochtemperaturreaktor abgegeben hat, und der ebenfalls zur sicheren Lagerung einzementiert wurde und als mittelradioaktiver Abfall gelagert wird, bis das Endlager Konrad annahmebereit ist.

Der Gesamtbestand des in Jülich eingelagerten Kernbrennstoffs inklusive der zerbrochenen und einzementierten Kugeln ist bis auf das Milligramm genau dokumentiert.

Abgebrannte Brennelementkugeln aus dem AVR-Leistungsbetrieb sind nicht an die Asse abgegeben worden.

Das Forschungszentrum Jülich hat in den Jahren 1968 bis 1978 insgesamt 13 325 Gebinde mit radioaktivem Abfall an die Asse abgegeben. In nur insgesamt 8 Gebinden davon sind schwach- und mittelaktive Test-Brennelemente enthalten, die nicht im AVR-Reaktor waren. Sie wurden zu Forschungszwecken neutronenbestrahlt, weil zu dieser Zeit im Forschungszentrum an der Entwicklung von Kernbrennstoffen und Brennelementen gearbeitet wurde. Außerdem sind auch sogenannte Absorberkugeln in diesen Gebinden enthalten, das sind Grafitkugeln, die keinen Kernbrennstoff enthalten.
Alles, was das Forschungszentrum an die Asse abgegeben hat, war angemeldet und genehmigt. Alle Angaben liegen dem Bundesamt für Strahlenschutz und dem Untersuchungsausschuss des Niedersächsischen Landtags vor.

All dies ist der nordrhein-westfälischen Landesregierung bekannt.

Pressekontakt

Dr. Anne Rother
Tel.: 02461 61-4661
a.rother@fz-juelich.de


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