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Helmholtz-Professur für Physiker Siegfried Mantl

Forschungszentrum Jülich feiert Gründung des Peter Grünberg Instituts

Jülich, 7. April 2011 - Das Forschungszentrum Jülich verlieh heute Prof. Siegfried Mantl wegen seiner besonderen wissenschaftlichen Verdienste eine Helmholtz-Professur und sichert sich damit seine herausragende Kompetenz im Bereich der anwendungsnahen Halbleiternanotechnologie. Der Physiker will die damit verbundenen Ressourcen nutzen, um weiter mit seiner Arbeitsgruppe am neuen Jülicher Peter Grünberg Institut (PGI) und in Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen die Vorfeldforschung für die Nanoelektronik der Zukunft voranzubringen. Die Professur wurde in einer Feierstunde zur Institutsgründung im Beisein von Thomas Rachel, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, verliehen.

"Prof. Mantl war gemeinsam mit seiner Abteilung maßgeblich am Aufbau eines leistungsfähigen Nanoelektronik-Geräteparks in Jülich beteiligt, der die Entwicklung industrienaher Verfahren ermöglicht und so den Erkenntnistransfer zwischen Labor und Chip-Fabrik beschleunigt. Er hat wichtige Kontakte zu führenden deutschen Unternehmen und Netzwerke mit entscheidenden europäischen Laboratorien aufgebaut. So gelang es ihm, Prozesse zu entwickeln, die mittlerweile in der industriellen Fertigung etabliert sind, zum Beispiel das "Jülicher Verfahren" für die Herstellung einer neuartigen Halbleiterklasse", sagte Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel. "Ich freue mich, dass Prof. Mantl sein Wissen, seine Erfahrung und Kontakte im Rahmen der Helmholtz-Professur weiterhin zum Nutzen der Forschung, des Nachwuchses und der Gesellschaft einbringen kann." Als Helmholtz-Professor kann der Physiker über die reguläre Altergrenze hinweg für zunächst drei weitere Jahre am Forschungszentrum Jülich arbeiten.

"Mit der Helmholtz-Professur für Siegfried Mantl sichert sich das Forschungszentrum Jülich die Expertise eines wissenschaftlich international ausgewiesenen Fachmanns auf dem Gebiet der Siliziumnanotechnologie. Er hat es in seiner Karriere beispielhaft geschafft, den Bogen von der Grundlagenforschung hin zur anwendungsnahen Forschung zu schlagen. Im Rahmen der Helmholtz-Professur wird Prof. Mantl an neuen Transistorkonzepten arbeiten, mit denen größere Kapazitäten bei gleichzeitig geringerem Energieverbrauch erreicht werden sollen. Damit ist seine Abteilung ein wesentlicher Baustein für das neue Peter Grünberg Institut", sagten Prof. Achim Bachem, Vorsitzender des Vorstands, und Prof. Sebastian M. Schmidt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich.

Einweihung PGIProf. Siegfried Mantl (zweiter v. r.) wurde mit der Helmholtz-Professur ausgezeichnet. (V.r.n.l.:) Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel, Vorstandsvorsitzender Prof. Achim Bachem und Prof. Sebastian Schmidt, Mitglied des Vorstands.
Quelle: Forschungszentrum Jülich

Schnellere, leistungsfähigere und energiesparendere Informationstechnologien sind die Ziele der Jülicher Physiker, Informatiker und Nanotechnologen, die seit Januar 2011 im neuen Peter Grünberg Institut zusammenarbeiten. Es ist nach dem Jülicher Physiker und Nobelpreisträger benannt. "Peter Grünbergs Entdeckung des GMR-Effekts, eines physikalischen Grundlageneffekts, und die Verwertung dieser Entdeckung durch die Festplattenindustrie innerhalb weniger Jahre zeigen eindrucksvoll, wie wichtig eine starke Grundlagenforschung für die Entdeckung und Nutzung neuartiger elektronischer Phänomene, Methoden und Materialien ist", sind sich Prof. Bachem und Prof. Schmidt einig.

Das Peter Grünberg Institut ist die zentrale Plattform für Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Nanoelektronik in der Region Jülich/Aachen. In der Tradition von Peter Grünberg entwickeln die PGI-Forscher innovative Ansätze der Informationsverarbeitung und Datenübertragung und entwerfen neue Speicherarchitekturen, die die Grundlage der Hardware von morgen bilden. Dafür stehen leistungsfähige Geräte zur Verfügung: Eine Anlage für neue Gatematerialien und für verspannte Silizium-Germanium-Strukturen zielt unter anderem auf kleinere und leistungsfähigere Transistoren für energiesparende, mobile Geräte wie Notebooks oder Mobiltelefone. Auch wird das PGI zukünftig die Helmholtz Nanoelectronic Facility (HNF) betreiben, ein modernes Reinraumzentrum, in dem unter anderem Materialien, Prozesse und Strukturen im Nanometerbereich für die nächste Generation der Halbleiter in den Chips von übermorgen entwickelt werden. Das Institut ist eingebunden in die Sektion FIT der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) - der Kooperation des Forschungszentrums Jülich mit der RWTH Aachen.

Einweihung PGIEnthüllt: Nobelpreisträger Prof. Peter Grünberg (vordere Reihe, zweiter v.l.) gab dem neuen Jülicher Institut seinen Namen.
Quelle: Forschungszentrum Jülich

Pressekontakt

Angela Wenzik, Wissenschaftsjournalistin,
Forschungszentrum Jülich, Jülich Centre for Neutron Science JCNS/ Peter Grünberg Institut PGI, 52425 Jülich,
Tel. 02461 61-6048,
E-Mail: a.wenzik@fz-juelich.de


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