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Erfolg für Jülicher Nachwuchsforscher

Vier junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten Helmholtz-Förderung

Jülich, 26. September 2011 – Das Forschungszentrum Jülich war beim diesjährigen Auswahlverfahren für Helmholtz-Nachwuchsgruppen mit vier Anträgen erfolgreich. Die vier jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten jeweils über fünf Jahre ein Jahresbudget von mindestens 250.000 Euro und die Option auf eine unbefristete Anstellung – der ideale Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere.

Insgesamt wählte die Helmholtz-Gemeinschaft in diesem Jahr 20 Nachwuchsgruppenleiter aus 226 Bewerbern aus dem In- und Ausland aus. Die Leiterinnen oder Leiter einer Nachwuchsgruppe haben die Möglichkeit, selbständig zu forschen; sie können auch ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswählen. Nach drei bis vier Jahren werden alle Gruppen einer Zwischenbewertung unterzogen. Fällt diese positiv aus, kann die Stelle in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis überführt werden. Neben ihrer Forschungsarbeit halten die Leiterinnen und Leiter einer Nachwuchsgruppe Vorlesungen oder Seminare an einer Partnerhochschule. Damit qualifizieren sie sich auch für eine Universitätskarriere.

Mit diesem Angebot hat die Helmholtz-Gemeinschaft in diesem Jahr unter anderem vier Deutsche aus dem Ausland zur Rückkehr bewegt. Darunter ist Prof. Torsten Höfler, der bislang an der University of Illinois at Urbana-Champaign wirkte und nun am Jülicher Supercomputing Centre forschen wird. Die weiteren ausgewählten Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in den Bereichen Informationstechnologie, Biotechnologie und Entsorgungsforschung.

Die Gruppe von Dr. Martina Müller erforscht, wie die Herausforderungen der Datenverarbeitung und -speicherung gemeistert werden können. Hintergrund: die konventionelle Halbleitertechnologie stößt an ihre physikalischen Grenzen, der Elektronenspin – die Eigenschaft von Elektronen, die sich als magnetische Kraft in einem Magnetfeld bemerkbar macht – birgt großes Potenzial für eine zukünftige Informationstechnologie. Dabei spielen Oxide im Nanobereich eine Schlüsselrolle. Die Nachwuchsgruppe am Jülicher Peter Grünberg Institut will herausfinden, welche Eigenschaften in magnetischen und ferroelektrischen Oxiden stecken, um sie für neuartige elektronische Bauteile zu nutzen.

In der Gruppe von Dr. Dörte Rother arbeiten Biologen, Chemiker und Ingenieure daran, aus synthetischen, hintereinander geschalteten Enzymen – sogenannten Enzym-Kaskaden – Grundbausteine für Pharmazeutika zu entwickeln. Durch Kombination von Enzymen aus Enzymtoolboxen, das sind „Werkzeugkästen“ aus natürlichen und speziell veränderten Enzymen, soll möglichst effektiv eine Vielzahl von Produkten erzeugt werden. Gegenüber den bisherigen chemischen Verfahren wird das am Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie, entwickelte Konzept entscheidende Vorteile bieten: die Ressourcen werden erneuerbar sein, außerdem sollen bei der Produktion der Grundbausteine weniger Energie verbraucht und Abfall produziert werden.

Das Hauptziel der neuen Forschergruppe von Prof. Torsten Höfler am Jülich Supercomputing Centre (JSC) ist es, Prinzipien zur Entwicklung von "Middleware" für hochskalierende Exascale-Rechnersysteme zu entwerfen – also Rechner, die eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde ausführen können. Als Middleware bezeichnet man die Schnittstelle zwischen Applikation bzw. Algorithmus und dem Rechner – sie stellt eine Ebene in einem Softwaresystem dar, die quasi als "Dienstleister" anderen Softwarekomponenten den Datenaustausch ermöglicht. Bei ihren Forschungen werden sich Torsten Höfler und seine Mitarbeiter auf das Thema "Performance-zentrische hochskalierende Softwareentwicklung" konzentrieren; sie stützen sich dabei stark auf existierende Techniken aus dem Tera- und Petascale-Bereich und nutzen internationale Kollaborationen. So werden beispielsweise bestehende Programmiermodelle für hochskalierende Rechnersysteme angepasst und erweitert.

Dr. Evgeny Alekseev baut am Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Nukleare Entsorgung und Reaktorsicherheit, eine Nachwuchsgruppe auf, die sich mit grundlegenden Fragen der Festkörperchemie der Actiniden beschäftigen wird. Die Elementgruppe der Actiniden, zu denen unter anderen auch das Uran und das Plutonium gehören, zeichnet sich durch außergewöhnliche physikalisch-chemische Eigenschaften aus. Neben den Aspekten der Grundlagenforschung spielen die Actiniden bei der Entsorgung insbesondere hochradioaktiver Abfälle eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten werden daher einen wichtigen Beitrag für die wissenschaftliche Basis der nuklearen Entsorgung liefern.

Weitere Informationen

Pressemitteilung der Helmholtz-Gemeinschaft

Peter Grünberg Institut, Bereich Elektronische Eigenschaften (PGI-6)

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Jülich Supercomputing Centre (JSC)

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Nukleare Entsorgung und Reaktorsicherheit (IEK-6)

Pressekontakt

Erhard Zeiss
Tel.: 02461 61-1841
e.zeiss@fz-juelich.de


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